Welches sind die positiven Ergebnisse der COP 16 für Sie, Barbara Engels?
Biodiversity in Good Company hatte die Möglichkeit, mit Barbara Engels ein kurzes Interview zu führen, die an den Verhandlungen der COP 16 beteiligt war.

Die COP 16 endete ohne Entscheidung zu wichtigen Finanzierungsfragen. Umso spannender ist es zu lesen, wie das Fazit einer Person ausfällt, die an den Verhandlungen der COP 16 tatsächlich beteiligt war. Barbara Engels ist die Leiterin der Abteilung I 2 Gesellschaft, Ökonomie und internationaler Naturschutz und Nationaler Ansprechpartner für SBSTTA, Bundesamt für Naturschutz.
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Welches sind die positiven Ergebnisse der Verhandlungen der COP 16 für Sie, Barbara Engels?
Barbara Engels:
„Besonders positiv aus fachlicher Sicht ist die Entscheidung der COP 16 zur Stärkung der Synergien zwischen Biodiversität und Klimawandel. Dies ist ein wichtiges Signal gerade vor der Klimakonferenz in Baku. Die lang erwartete Annahme des globalen Aktionsplans zu Biodiversität und Gesundheit ist ein wichtiger Schritt, Biodiversität im Gesundheitssektor zu verankern.
Ein Highlight der COP 16 waren jedoch die Entscheidungen zur Stärkung der Rolle indigener Völker und lokaler Gemeinschaften (so genannte IPLC) in der CBD: die Schaffung eines eigenen Unterausschusses und die Verabschiedung eines Arbeitsprogramms.“
Leider gab es im wichtigsten Punkt – der Finanzierung des globalen Biodiversitätsschutzes, wie im Globalen Biodiversitätsrahmenwerk gefordert – keine Einigung auf eine gemeinsame Strategie der Vertragsparteien. Welche Herausforderungen für die Erreichung der gesetzten Ziele entstehen dadurch?
Engels: „Wichtig ist es zu verstehen, dass die Finanzierungziele des Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework (GBF) Bestand haben und dass der Global Biodiversity Framework Fund (GBFF) bis 2030 festgelegt ist; hier haben anlässlich der COP 16 weitere Staaten eingezahlt, darunter auch Deutschland. Damit ist die Erreichung der Ziele des GBF nicht gefährdet – wichtig ist aber: dass Finanzierung aus allen Quellen national wie international, öffentlich wie privat mobilisiert wird.“
Ein weiteres wichtiges Anliegen war der „Cali – Fonds für den fairen und gerechten Vorteilsausgleich bei der Nutzung von digitalen Sequenzinformationen“. Hier stehen zentrale Branchen wie Pharma und Chemie im Fokus. Welche Implikationen hat dies für Unternehmen? Gibt es schon Pläne für die Implementierung auf nationaler Ebenen?
Engels: „COP 16 hat einen Konsens zum fairen und gerechten Vorteilsausgleich bei der Nutzung von digitalen Sequenzinformationen gefunden – das ist ein riesiger Erfolg und konnte im Vorfeld nicht unbedingt erwartet werden. Die Entscheidung bereitet den Weg dafür, dass der Privatsektor seinen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität leistet. Es wurde beschlossen, dass die Einzahlungen in einen eigens dafür einzurichtenden globalen Fonds aufgenommen werden. Der Modus operandi für den Calí Fund steht noch nicht, damit ist es zu früh, um über eine nationale Implementierung zu sprechen.“
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Die COP wird von einem wissenschaftlich-technischen Ausschuss, genannt SBSTTA (Subsidiary Body on Scientific, Technical and Technological Advice) beraten. Aufgabe von SBSTTA ist es, den momentanen Stand der Biodiversität (Erhaltungsstand, Trend, Gefährdungsursachen etc.) zu erfassen, die bisherigen Maßnahmen zur Umsetzung der CBD wissenschaftlich zu begutachten und dementsprechend Ratschläge, Vorschläge und Ziele vorzubereiten, die auf der folgenden COP eingereicht werden.
Biodiversity in Good Company hilft ihren Mitgliedern bei der Integration von Biodiversität in ihre Nachhaltigkeitsstrategie und sorgt dafür, dass sich biodiversitätsförderndes Verhalten auch wirtschaftlich lohnt.