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Experten beraten über zukünftiges ABS-Regime

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Experten beraten über zukünftiges ABS-Regime

Eigentlich ist die afrikanische Teufelskralle ein ziemlich unscheinbares Kraut. Dennoch ist sie bei Pharmaunternehmen äußerst begehrt. Sie nutzen nämlich die Pflanze als Rohstoff für ein Naturheilmittel gegen Rheuma und machen damit gute Geschäfte. Doch die indigenen Naturvölker, die das Wissen von der Heilkraft der Teufelskralle zuerst entdeckten und denen somit das Patent darauf eigentlich zustünde, haben von diesen Profiten so gut wie nichts, obwohl die internationale Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) einen gerechten Vorteilsausgleich bei der Nutzung solcher Ressourcen fordert. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, amtierender Präsident der CBD, will dies ändern.

Wie bei der kommerziellen und industriellen Nutzung biologischer Ressourcen und Vermarktung traditionellen Wissens die Interessen indigener Völker geschützt werden können, das ist einer der großen ungelösten Interessenskonflikte zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Erklärtes Ziel der deutschen CBD-Präsidentschaft ist es, diesen Konflikt durch ein völkerrechtlich verbindliches Abkommen zu lösen, das den Zugang zu biologischen Ressourcen und einen gerechten Vorteilsausgleich (Access and Benefit Sharing, ABS) gewährleisten soll. Vom 6. bis zum 10. Juli 2009 beraten in der Naturschutzakademie des Bundesamtes für Naturschutz auf der Insel Vilm Experten und Vertreter indigener Völker darüber, wie ein solches Abkommen aussehen könnte.

Bereits die Vertragsstaatenkonferenz der CBD im Mai des letzten Jahres in Bonn hatte beschlossen, bis 2010 eine völkerrechtlich verbindliche Regelung, das ABS-Regime, zum Zugang zu biologischen Ressourcen und zu einem gerechteren Vorteilsausgleich unter der CBD zu verabschieden. Die Expertenkonferenz im Juli soll Empfehlungen erarbeiten, wie die gerechte Aufteilung der Gewinne bei Nutzung des traditionellen Wissens in einem zukünftigen ABS Regime besser berücksichtigt werden kann. Das Treffen soll insbesondere auch Vertretern von indigenen Gruppen die Gelegenheit zur inhaltlichen Vorbereitung und Positionierung für die anstehenden Verhandlungen im November 2009 in Montreal zur nächsten Sitzung der ABS Arbeitsgruppe geben


Quelle: BMU - Presseerklärung

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