BfN veröffentlicht Positionspapier zu Auswirkungen von Glyphosat auf die Biodiversität

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BfN veröffentlicht Positionspapier zu Auswirkungen von Glyphosat auf die Biodiversität

31.01.2018. Mit Blick auf die vom Herbizid Glyphosat ausgehenden Risiken für die biologische Vielfalt hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) im Vorfeld von Befassungen von Bundestag und Bundesrat mit dem Thema Empfehlungen in einem Positionspapier veröffentlicht. Die Behörde geht von so gravierenden Risiken glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel für die biologische Vielfalt aus, dass es empfiehlt, die Anwendung in Deutschland so schnell wie möglich zu beenden.

Das BfN hebt dabei insbesondere auch auf indirekte Auswirkungen auf die Vielfalt und Dichte von Arten ab und hält diese indirekten Wirkungen im Vergleich zu den direkten toxischen Wirkungen (z. B. auf gefährdete Ackerwildkrautarten) für erheblicher. So verknappe die großflächige Vernichtung der die Äcker begleitenden Flora in ausgeräumten Agrarlandschaften die Nahrung für blütenbesuchende und auf Wildkräuter spezialisierte Insekten und trage somit zum massiven Insektenrückgang bei. Daraus ergibt sich die Forderung, die indirekten Wirkungen auf die biologische Vielfalt bei Wirkstoffprüfung und Zulassung von Pflanzenschutzmitteln stärker zu berücksichtigen und auf allen Ebenen zum Gegenstand der Prüfungen und Entscheidungen zu machen.

Im Zusammenhang mit den anstehenden Zulassungen glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel für die landwirtschaftliche Anwendung in Deutschland spricht das BfN unter anderem die Empfehlung aus, von Betrieben einen Mindestanteil an Fläche mit ökologischer Ausgleichsfunktion ohne entsprechenden Herbizideinsatz zu verlangen. In Schutzgebieten wie Natura-2000-Gebieten, Nationalparken, Naturschutzgebieten, Kern- und Pflegezonen von Biosphärenreservaten sowie in Wasserschutzgebieten und Gewässerrandstreifen sollten glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel über die bestehenden Vorschriften hinaus so weit und so schnell wie möglich verboten werden. Zugleich sollten auch ökonomische Instrumente, beispielsweise eine Pflanzenschutzmittelabgabe geprüft werden.

Link zum Positionspapier auf der Seite des BfN

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