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Business and Biodiversity: Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau

Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau

Was wir tun

Als erste Molkerei hat sich die Molkerei Berchtesgadener Land im Oktober 2017 einstimmig gegen den Einsatz jeglicher Totalherbizide in der Grünland- und Ackerbaubehandlung ausgesprochen. 1.700 Landwirtinnen und Landwirte der Genossenschaftsmolkerei zeigen, dass eine verantwortungsvolle Landwirtschaft in der Alpenregion keine Totalherbizide benötigt. Statt chemischen Mitteln kommen mechanische Methoden (z.B. Striegeln) zum Einsatz, um effizient und naturgemäß zu wirtschaften. Dieser Verzicht wirkt sich positiv auf die Grundwasserqualität, die Populationen von Vögeln und Insekten, u.a. Bienen, aus und sorgt für eine nachhaltige Fruchtbarkeit.

Die beschlossenen Regelungen sind in den Milchlieferbedingungen festgehalten, deren Einhaltung über das bestehende Qualitätsmanagement-Tool QSSM extern überwacht wird. Diese Maßnahme wurde seitens der Verbraucherinnen und Verbraucher mit noch nie dagewesenen, positiven Rückmeldungen honoriert. Deutlich anziehende Umsatzzahlen seit dieser Entscheidung zeigen, dass Umweltschutz ein handlungsrelevantes Kaufkriterium ist.

Die Entscheidung war ein Meilenstein für die ganze Branche, dennoch hat die Politik kurz danach die Zulassung von Glyphosat für weitere fünf Jahre genehmigt. Zur Einordnung: In Deutschland sind 94 glyphosathaltige Mittel zugelassen und es werden jährlich 5.000–6.000 Tonnen Totalherbizide ausgebracht. Das freiwillige Verbot der Molkerei Berchtesgadener Land wurde in der Öffentlichkeit (Presse, Politik, Handel) intensiv diskutiert und seither von weiteren Unternehmen übernommen. Der Impuls aus der Privatwirtschaft hatte sehr große Wirkung für die Gesellschaft.

Neben dem Verbot jeglicher Totalherbizide setzt sich die Molkerei seit Jahren aktiv für die Förderung der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft ein. Zur Anreicherung des Grünlandes werden an alle Landwirtinnen und Landwirte Muster einer Blühwiesen-Samenmischung mit verschiedenen
Kräutern gesendet und diese im molkereieigenen Milchladen zum Kauf angeboten. Auch an Verbraucherinnen und Verbraucher wurden in den letzten drei Jahren Blühsamenmischungen zur Bewusstseinsbildung verteilt. In Zusammenarbeit mit der Biosphäre Berchtesgadener Land werden aktuell auf 2-mahdigen artenreichen Wiesen Samen von Blumen und Kräutern geerntet. Das gewonnene Saatgut wird ab Herbst 2019 auf artenärmere Standorte zur Vermehrung ausgebracht. Das Ziel: Regionale Pflanzenarten erhalten und Bienen ein ausreichendes und vielfältiges Nahrungsangebot bieten.

Die Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG wurden wegen ihres Verbots von Totalherbiziden auf Acker- und Grünlandflächen als Gewinner 2019 des Wettbewerbs "Die Lieferkette lebt. Lieferketten gestalten, biologische Vielfalt erhalten" ausgezeichnet. Den Wettbewerb hatten wir gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) ausgelobt. Teil des Preises ist eine einjährige beitragsfreie Mitgliedschaft in unserer Initiative. Ausgezeichnet wurde, dass das Unternehmen, welches wesentlich im konventionellen Bereich tätig ist, mit seinen Verzicht auf Totalherbizide auf Acker- und Grünlandflächen Pioniergeist zeigt und einen Meilenstein für die gesamte Branche setzt. Damit zeigen die Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG, wie verantwortungsvolle Landwirtschaft aussehen kann.

Mehr Informationen zum Wettbewerb

FactBox Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG

Hauptsitz: Piding

Produktsegment: Lebensmittelherstellung und Molkereiprodukte

Beschäftigte: 480

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