Der aktuelle Newsletter von 'Biodiversity in Good Company' ist da!
Newsletter Nr. 2_2022 Berlin, November 2022
Liebe Leser*innen,

im zweiten Newsletter dieses Jahres haben wir für Sie Details über neue Projekte und Aktivitäten rund um das Thema Biodiversität in der Wirtschaft zusammengestellt. Es erwarten Sie spannende Projekte von unseren Mitgliedern, interessante Kurzbeiträge aus der Praxis sowie Neuigkeiten aus dem politischen Kontext, die Ihnen dabei helfen können, biologische Vielfalt in Ihrem Unternehmen konkreter aufzugreifen. 


Außerdem präsentieren wir eine kurze Auswahl an Veranstaltungen und die dazugehörigen Rückblicke mit Videos, falls Sie diese verpasst haben.

Und last but not least: Im kommenden Jahr sind zwei wichtige Termine schon vorzumerken: Am 6. Juni 2023 findet das jährliche Dialogforum von "Unternehmen Biologische Vielfalt - UBi" in Berlin statt. Im Frühsommer wird außerdem der neue UBi-Wettbewerb für Unternehmen unter dem Motto "Die Lieferkette lebt" gelauncht.

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre!

Ihre 'Biodiversity in Good Company' Initiative 
 

Inhalte dieses Mal:

Im Fokus

Deutschland steigert internationale Finanzierung für Biodiversität bis 2025 auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr

Anlässlich des side events „Countdown to CBD COP15: Landmark Leaders Event for a Nature Positive World" im Rahmen der 77. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York kündigte am vergangenen 22. September Bundeskanzler Olaf Scholz an, dass Deutschland ab 2025 jährlich 1,5 Milliarden Euro für den internationalen Biodiversitätsschutz bereitstellt. Das ist eine Verdopplung gegenüber den rund 750 Millionen Euro, die in den Jahren 2017-2021 im Durchschnitt investiert wurden. Die Mittel sind Teil der Erhöhung des Budgets für den internationalen Klimaschutz auf mindestens 6 Milliarden Euro pro Jahr bis spätestens 2025.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke betonte weiterhin:
Wenn wir die weltweite Zerstörung von Lebensräumen und die Ausrottung der Arten nicht stoppen, dann zerstören wir auch unsere eigenen Lebensgrundlagen. Die […] von Bundeskanzler Scholz verkündete Erhöhung der internationalen Biodiversitätsfinanzierung ist daher ein wichtiger und notwendiger Meilenstein. Dies gibt mir als deutsche Verhandlungsführerin bei der Weltnaturkonferenz im Dezember den nötigen Rückenwind für eine ambitionierte globale Vereinbarung, mit der wir die Naturzerstörung stoppen können. Unsere Investitionen in den weltweiten Biodiversitätserhalt werden dazu beitragen, dass diese Vereinbarung auch tatsächlich umgesetzt wird. Die Finanzierung bis 2025 auf 1,5 Milliarden Euro jährlich zu steigern, ist damit auch eine Investition in die Zukunft: Partnerländer können auch weiterhin darauf zählen, dass die Bundesregierung sie bei ihren Anstrengungen für integrierten Klima- und Biodiversitätsschutz unterstützt.“

Im Rahmen des side event wurde außerdem der 10-Punkte Plan für Biodiversitätsfinanzierung vorgestellt. Der Plan „A shared Vision: Ten Point Plan to Finance Biodiversity“ ruft u.a. den Privatsektor und die internationalen Finanzinstitutionen dazu auf: “Develop policies to align financial flows so businesses reduce negative and increase positive impacts” (zur Entwicklung von politischen Rahmen, die Finanzflüsse harmonisieren, wobei negative Auswirkungen [auf Biodiversität] verringert sowie positive verbessert werden sollen).

In diesem Kontext wird das weltweite Engagement Deutschlands für ein ambitioniertes Ergebnis der UNO-Biodiversitätskonferenz (CBD COP 15) im Dezember in Montreal (Kanada), im Rahmen dessen das neue globale Rahmenwerk zum weltweiten Schutz der Natur und zur Renaturierung von Ökosystemen verhandelt und festgelegt wird, bedeutend verstärkt.  
Pressemitteilung vom BMUV vom 22. September 2022

Link zum Videostatement von Bundeskanzler Olaf Scholz

Link zur Aufzeichnung der Veranstaltung „Count Down to CBD COP 15“

CBD-COP15: Das globale Biodiversitätsrahmenwerk kommt im Dezember

Die neuen internationalen Biodiversitätsziele sollen im Rahmen der UN-Biodiversitätskonferenz COP 15 vom 7. - 19. Dezember in Montreal, Kanada beschlossen werden. Mit diesem Rahmenwerk werden die zukünftigen politischen Grundlagen zur Sicherung der Lebensgrundlagen des Menschen und der Basis des Wirtschaftens beschlossen. Die Beschlüsse werden über die globale Dimension hinaus auch Einflüsse auf nationaler Ebene wie in der neuen Nationalen Biodiversitätsstrategie (NBS) haben.

Foto Pixabay: Montreal

Wirtschaftsakteur*innen sind in ihren Produktionsprozessen in höchstem Maße abhängig vom Naturkapital, somit ist das Engagement für und die Integration von Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt durch Unternehmen und Wirtschaftsverbände ein entscheidender Faktor, um zukünftig die Grundlage des eigenen Wirtschaftens sichern zu können.
Engagierte Business-Netzwerke haben am gesamten Vorbereitungsprozess im Vorfeld der CBD-COP 15 daran gearbeitet, eine umweltaffine und naturverträgliche Transformation der Wirtschaft im globalen Rahmenwerk zu integrieren, unter anderem im Bereich der Berichtspflichten (siehe auch Beitrag unten). Die dazugehörigen Unterlagen, die die Grundlage für die abschließenden Verhandlungen in Montreal und das daraus resultierende globale Biodiversitätsrahmenwerk darstellen, sowie die Konferenzunterlagen können unter folgendem Link konsultiert werden: https://www.cbd.int/meetings/COP-15.

Zum gesamten Vorbereitungsprozess der CBD-COP 15, welche aus  pandemischen Gründen mehrmals verschoben wurde (ursprünglicher Termin war 2020), gehört außerdem der sogenannte Commitment-Prozess im Rahmen der Action Agenda for Nature and People. Jedes in Deutschland tätige Unternehmen und jede Wirtschaftsorganisation kann im internationalen Prozess zur Entwicklung des neuen Biodiversitätsrahmenwerks mit freiwilligen Selbstverpflichtungen (business commitment) einen positiven Akzent setzen und zeigen, dass sie zum Schutz der biologischen Vielfalt, zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft sowie Weltgemeinschaft beitragen können. travel-to-nature, Bionade, Audi, einhorn, DGNB und viele andere stakeholders haben sich bereits engagiert.
Als nationale Wirtschaftsinitiative und Mitglied im Executive Committee der Global Partnership for Business and Biodiversity (GPBB) der CBD wird eine Delegation der ´Biodiversity in Good Company´ Initiative die Verhandlungen im Dezember vor Ort verfolgen und über ihre Social-Media-Kanäle (bigc_initiative) darüber berichten.

Aus dem Netzwerk

Ein neuer Mitstreiter!

Wir heißen die Corbiota GmbH in der ´Biodiversity in Good Company´ Initiative herzlich willkommen!
Weitere Informationen über das im Bereich Alleinfuttermittel und Vermikompost tätige innovative Startup finden Sie hier.
Screenshot Kakaofilm ForestFinance

Screenshot Kakaofilm ForestFinance

ForestFinance: Edelkakaoanbau in Panama komplett bio-zertifiziert

Beitrag: Christine Sommer-Guist, ForestFinance

Seit 1995 macht ForestFinance Wald in Panama und integriert Umweltschutz und soziale Verantwortung in alle Forstprojekte. Seit 2008 gehören auch ökologische Agroforstprojekte in der Region Bocas del Toro an der nordwestlichen Karibik-Küste dazu. Hier bewirtschaftet ForestFinance drei Kakaofincas auf 158 Hektar Land. Auf dieser Fläche, die rund 221 Fußballfeldern entspricht, hegt und pflegt ForestFinance Kakaopflanzen, die in eigenen Baumschulen gezüchtet und veredelt werden.
Die Kakaofincas in Panama sind seit Jahren Gold-Standard-zertifiziert und entsprechen somit den höchsten Anforderungen an Klima- und Umweltschutz. Das UTZ-Siegel zeichnete sie seit den Anfängen für die hohen sozialen und ökologischen Standards aus. Seit Oktober 2022 sind nun alle Kakaofincas auch bio-zertifiziert und das EU-Bio-Siegel löst das UTZ-Siegel ab.

Das Besondere an den Kakaofincas von ForestFinance sind aber nicht (nur) die Zertifizierungen und damit erfolgreich bestandenen Überprüfungen und Audits. Die Schokoladenseiten der Projekte sind wild: Denn an die Kakaofincas schließen sich mehr als 145 Hektar urtümliche Wälder an – wertvolle Ökosysteme, die ForestFinance konsequent vor wirtschaftlicher Nutzung und schädlichen Eingriffen schützt. Sie bilden einen überlebenswichtigen Rückzugsort für viele Tiere und Lebensraum für seltene Pflanzen.

Der Film dazu finden Sie hier.
Das engagierte Team von travel-to-nature

Das engagierte Team von travel-to-nature

travel-to-nature: Es tut sich viel im Kleinunternehmen

Beitrag: Lisa Stoll, travel-to-nature

Bei travel-to-nature wurde der Natur- und Artenschutz nun auch offiziell in das Zentrum des unternehmerischen Handels gestellt. Denn um sich noch intensiver mit diesen beiden wichtigen Themen zu befassen, hat das engagierte Team die Unternehmensvision angepasst. Diese lautet nun: "Dank unserer Reisen können wir die Artenvielfalt in fünf Naturschutzprojekten verdoppeln und gelten in Europa als das beste Vorbild für Tourismus, der die Biodiversität fördert."
Außerdem wurde im Juni der Preis "Blue Flag" (Bandera Azul Ecológica) an vier Projekte in der Kategorie „biologische Vielfalt“ verliehen, darunter an die von travel-to-nature koordinierten Regenwald Projekte La Tigra Rainforest Lodge und Reserva Bosque La Tigra, die den Umweltschutz durch Ökotourismus fördern und eine Alternative aufzeigen, bei der Menschen, die sich für die biologische Vielfalt einsetzen wollen, gleichzeitig Spaß haben und die Natur erkunden können.

Alle Details zur Auszeichnung (auf Spanisch) finden Sie hier.
Im November wird Baden-Württembergs größter Wirtschaftspreis "Schwarzer Löwe" verliehen und travel-to-nature ist Finalist für den Sonderpreis Corporate Social Responsibility. Um das engagierte Kleinunternehmen und seine Arbeit im Artenschutz zu unterstützen, kann man für sie unter folgendem Link abstimmen: schwarzerloewe-bw.de/abstimmung/

Pharmos Natur als Green Brand ausgezeichnet

Die internationale Organisation GREEN BRAND, die das gleichnamige Gütesiegel verleiht, arbeitet mit zahlreichen, selbständigen Institutionen zusammen, um Vorbildunternehmen auszuzeichnen: als Gütesiegel steht GREEN BRAND für Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz, Artenvielfalt sowie einen gesunden Lebensstil. Und es setzt entscheidende Zeichen für echte Verantwortung und ein wachsendes Bewusstsein in all diesen Bereichen.
Anna Fritsch und Simon Krischer (Pharmos Natur)

Anna Fritsch und Simon Krischer (Pharmos Natur)

Mit der Auszeichnung „GREEN BRAND Germany 2021/2022“ wurde PHARMOS NATUR vor Kurzem zusammen mit weiteren Unternehmen offiziell als ökologisch nachhaltige Marke geehrt.

Anna Fritsch, Vice President Vertrieb & Marketing, und Simon Krischer, Prokurist, von PHARMOS NATUR nahmen die Auszeichnung entgegen (im Bild).
Bild: Elke Dornblut

Bild: Elke Dornblut

Coca-Cola Deutschland: Moorprojekte im Biosphärenreservat Schaalsee

Beitrag: Sonja Miller/ Samira Traore

Moore sind besonders effektive CO2-Speicher und haben eine hohe Bedeutung als Lebensraum für seltene und stark gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Obwohl sie weltweit nur drei Prozent der Landfläche bedecken, speichern sie rund 30 Prozent des erdgebundenen Kohlenstoffs. Doch viele Moore sind in Gefahr – auch in Deutschland. Das Kalkflachmoor im Biosphärenreservat Schaalsee etwa, hat zuletzt stark unter der Trockenheit gelitten.

Als Partner der „Nationalen Naturlandschaften“ (NNL) unterstützte Coca-Cola Deutschland (CCEP) die Renaturierung dieses wertvollen Biotops. Durch die Renaturierungsmaßnahmen konnten mehrere Entwässerungsgräben geschlossen und regulierbare Staue an den Abflüssen gebaut werden, um so den Grundwasserstand im Moor anzuheben und dauerhaft zu stabilisieren.
Copyright: Elke Dornblut

Copyright: Elke Dornblut

So kann sich das Moor wieder erholen und mit ihm viele seltene und zum Teil vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten, z. B. die Binsenschneide oder das Knabenkraut, die sich beide über die neu erlangten „nasse Füße“ freuen.
In diesem Jahr folgte die Finanzierung eines weiteren Moorprojektes im Biosphärenreservat Schaalsee: Im Roggendorfer Moor sollen durch entsprechende Maßnahmen die hydrologischen Bedingungen verbessert werden. Beide Moorprojekte bilden einen weiteren Baustein, in einer Reihe von Klimaschutz- und Biodiversitätsprojekten, die bisher gemeinsam mit den NNL realisiert werden konnten und zum Erhalt von Biodiversität beitragen.

Link zum Projekt „Renaturierung Kalkflachmoor am Schaalsee“ von CCEP.

VW: 1 Millionen gepflanzte Bäume in Mexiko bis 2023

Seit 2008 unterstützt Volkswagen de México Naturschutz- und Wiederaufforstungsprojekte, um Ökosysteme zu erhalten. Mehr als 3.600 Hektar wurden bereits in verschiedenen Naturschutzgebieten in Puebla und Guanajuato aufgeforstet (s. Grafik). Die Maßnahmen schaffen Lebensraum für wildlebende Tiere und dienen der Entwicklung von Biodiversität.
Abb.: Von Volkswagen de México unterstützte Projekte

Abb.: Von Volkswagen de México unterstützte Projekte

Durch die Wiederbewaldung wird der Abtrag von Boden durch Erosionsvorgänge verhindert und die Grundwasserspeicherung gefördert. Durch das Anlegen von Rigolen wird zudem die Versickerung von Niederschlagswasser unterstützt. Damit wird beispielsweise an den Vulkanhängen des Popocatépetl und Iztaccíhuatl, wo durch jahrelange Abholzung, durch Viehzucht und Brände offene Flächen entstanden, der Boden wieder geschützt und die Grundwasserneubildung gefördert.
Abb.: Rigolen zum Auffangen und zur Versickerung von Oberflächenwasser

Abb.: Rigolen zum Auffangen und zur Versickerung von Oberflächenwasser

Durch kontinuierliche Erweiterung der Projektflächen kommt Volkswagen de México dem Ziel näher, bis 2023 1 Millionen Bäume gepflanzt zu haben.So wurde das Projekt Cuenca de la Esperanza im vergangenen Jahr von 300 auf 500 Hektar zu erweitern. Zur Ermittlung der CO2 Bilanz wurde das Forschungsprojekt "CO2 Quantifying on the Volkswagen de México Conservation Projects of Puebla and Guanajuato" initiiert.
Auch im Werk Puebla wird die Biodiversität gefördert. Durch die Anpassung bestimmter Grünflächen wurde das Nahrungsangebot für Insekten verbessert und Lebensräume für Insekten geschaffen.

Eine weitere zentrale Säule im Bereich Naturschutz bildet bei Volkswagen de México die Umweltbildung. Dazu zählt die Unterstützung beim Anlegen von Erlebnispfaden wie auch von Führungen durch die Naturschutzgebiete, um Schülern und Erwachsenen die Bedeutung der Naturschutzgebiete als Lebensraum nahe zu bringen.

Mit der jährlichen Teilnahme am Internationalen Tag der biologischen Vielfalt sensibilisiert Volkswagen de México seine Mitarbeiter unter anderem für den Schutz der biologischen Vielfalt. In diesem Jahr waren alle Mitarbeiter*innen eingeladen, gemeinsam mit ihren Familien an einer Foto-Sharing-Aktion teilzunehmen und die Aktivitäten in ihrer Umgebung oder in Gemeinden für Biodiversität festzuhalten.

Zudem haben in diesem Jahr die Sachkundigen für den Umweltschutz gemeinsam mit Auszubildenden des Werkes Puebla das Naturreservat Flor del Bosque besucht. Flor del Bosque ist ein ökologisches Reservat des Bundesstaates Puebla von 1.500 ha Größe, das sich in einem Übergangsbereich zwischen den Eichenwäldern und dem Laubwald befindet. Aufgrund der ökologischen Bedeutung und dem urbanen Druck durch die Nähe zur Stadt Puebla ist das Gebiet besonders schützenswert.

Neuigkeiten

Logo ´Food for Biodiversity´

Logo ´Food for Biodiversity´

Food for Biodiversity: Website gelauncht

Der Verein ´Food for Biodiversity´ stellt die Wiederherstellung und den Erhalt der Biodiversität ins Zentrum seiner Arbeit.
Lebensmittelhersteller und -händler, Standards, wissenschaftliche Institutionen und Umweltorganisationen ziehen als Mitglieder an einem Strang. Seit Kurzem ist die FfB-Website online.
Screenshot Kampagnen-Video

Screenshot Kampagnen-Video

Neue Spielregeln für Reporting: Internationale Kampagne #Makeitmandatory

Beitrag: Geschäftsstelle ´Biodiversity in Good Company´ Initiative

Die international aktive Plattform Business for Nature koordiniert die Kampagne #MakeitMandatory, welche politische Entscheidungsträger*innen global auffordert, bis 2030 verbindliche Anforderungen für große und transnationale Unternehmen zur Bewertung und Offenlegung ihrer Auswirkungen auf die Natur und ihrer Abhängigkeit von ihr zu erlassen.

Über 300 Unternehmen - mit einem Gesamtumsatz von $1.5 Trillion machen bereits mit und engagieren sich dafür, dass die Spielregeln der Berichterstattungspflicht neu definiert werden. Die Eindämmung und Umkehrung des Naturverlusts ist entscheidend für die Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens und die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5C. Es müssen dringend die Maßnahmen der Unternehmen beschleunigt werden, um negative Auswirkungen zu verringern und positive Auswirkungen auf die Natur zu verstärken, denn freiwillige Maßnahmen reichen allein nicht aus.  

Die UN-Biodiversitätskonferenz COP 15 im Dezember in Montreal stellt in diesem Kontext die beste - und letzte - Chance für die Länder dar, ein ehrgeiziges Ziel 15 zu erreichen.

Video und weiterführende Informationen über die Kampagne finden Sie hier.

Gulbenkian Price for Humanity 2022 an IPBES und IPCC

Der renommierte Gulbenkian Price for Humanity (Gulbenkian-Preis für Menschlichkeit) geht in diesem Jahr an den Weltbiodiversitätsrat IPBES und den Weltklimarat IPCC. Die Entscheidung wurde am 13. Oktober 2022 von Bundeskanzlerin a. D. Dr. Angela Merkel in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende der Jury bekannt gegeben.
IPBES und IPCC wurden aus 116 Nominierungen mit Einreichungen aus mehr als 40 Ländern ausgewählt. Die Jury hob bei ihrer Entscheidung hervor, dass damit "die Rolle der Wissenschaft an vorderster Front bei der Bekämpfung des Klimawandels und des Verlusts der biologischen Vielfalt" gewürdigt werde. Der Preis ist mit 1 Million Euro dotiert, welche sich die beiden Organisationen teilen.

Die Exekutivsekretärin des IPBES, Dr. Anne Larigauderie, sagte zur Auszeichnung:
Anne Larigauderie (IPBES) ©Márcia Lessa

Anne Larigauderie (IPBES) ©Márcia Lessa

"Die Entscheidung, den Gulbenkian-Preis für Menschlichkeit 2022 sowohl an IPBES als auch an IPCC zu verleihen, ist eine kraftvolle Aussage, die bestätigt, dass der weltweite Verlust von Arten, die Zerstörung von Ökosystemen und die Verschlechterung der Beiträge der Natur für die Menschen zusammen nicht nur eine Krise ähnlichen Ausmaßes wie die des Klimawandels darstellen, sondern auch eine, die mit mindestens gleicher Dringlichkeit angegangen werden muss. Wir danken der Jury und der Calouste-Gulbenkian-Stiftung im Namen der Tausenden von Wissenschaftlern und Wissensträgern, einschließlich derjenigen aus indigenen und lokalen Gemeinschaften, die in den letzten zehn Jahren ihr Fachwissen so bereitwillig in die Arbeit des IPBES eingebracht haben. Die einheitliche Botschaft unserer beiden Expertengemeinschaften ist, dass wir entweder die Krise der biologischen Vielfalt und die Klimakrise gemeinsam angehen und lösen - oder wir werden an beiden Fronten scheitern."
Es ist das dritte Jahr, in dem der Preis verliehen wurde. Die erste Preisträgerin im Jahr 2020 war Greta Thunberg, und im Jahr 2021 wurde der Preis an den Globalen Konvent der Bürgermeister für Klima und Energie verliehen.

Die offizielle Meldung finden Sie hier.

Veranstaltungen & Rückblicke

Save the Date: Dialogforum 2023 von "Unternehmen Biologische Vielfalt - UBi"

2023 findet das UBi-Dialogforum - die große nationale Konferenz zum Thema Biodiversität und Wirtschaft - am 6. Juni in Berlin statt.

Merken Sie sich den Termin bereits vor und freuen Sie sich auf Fachvorträge, Podiumsdiskussionen, Netzwerkmöglichkeiten und vieles mehr!
Weitere Informationen finden Sie in Kürze hier.

Online-Seminar: Warum auch Ihr Unternehmen Biodiversität braucht

22. November 2022, 11:00 bis 11:45 Uhr
Programm und Anmeldung hier.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Online-Reihe ´Biodiversität. Jetzt` der DIHK statt.

IBV-Symposium: Biologische Vielfalt.Klima.Ernährung – Zukunft!

6.-7. Dezember, Berlin
Eine Veranstaltung vom Informations- und Koordinationszentrum Biologische Vielfalt der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).
Programm und Anmeldung finden Sie hier.
UBi: Im Digitalen Dialog im Herbst ging es um...

UBi: Digitaler Dialog im Herbst

Rückblick UBi-Veranstaltungen 2022

Im Rahmen des neuen UBi-Vorhabens fanden 2022 hochkarätige Veranstaltungen statt.
Der Digitale Dialog 2022 war mit über 200 Anmeldungen sehr gut besucht. Die Veranstaltungsreise widmete sich in zweistündigen thematischen Online-Seminaren verschiedenen Fragestellungen:

  • Am 6. April diskutierten Expert*innen aus der Praxis über insektenfreundliche Beleuchtung von Firmengeländen und Dachbegrünungen. Die schriftliche Dokumentation und die Videoaufzeichnungen finden Sie hier.
  • Am 26. September wurde das Thema "Was ist auf EU-Ebene in Bezug auf Biodiversität und Wirtschaft regulatorisch zu erwarten?" mit Stimmen aus Politik, Wirtschaft und Naturschutz diskutiert. Eine Dokumentation der Veranstaltung ist in Vorbereitung, alle Informationen finden Sie hier.

Am 9. Juni fand das Dialogforum 2022 von "Unternehmen Biologische Vielfalt - UBi" als große Jahreskonferenz in Berlin/hybrid mit rund 200 Teilnehmenden statt. Die dazugehörige Video- und schriftliche Dokumentation ist in Vorbereitung. Die ersten Impressionen können Sie hier sehen.
EBNS 2022

EBNS 2022

Rückblick EBNS 2022

Im Rahmen der EU-Plattform Business@Biodiversity fand am 18. und 19. Oktober als hybrides Event (Brüssel/online) der jährliche European Business and Nature Summit (EBNS) 2022 statt und bot eine Vielzahl von Diskussionen, thematischen Sessions und Möglichkeiten zur Vernetzung. Bei der wichtigsten Veranstaltung auf europäischer Ebene war BiGCI vor Ort vertreten und diskutierte mit Anderen die Frage: How to embark on a journey to nature positive?
Alle Informationen zum Programm finden Sie hier.

Publikationen, Leitfäden, Handbücher

Transparenz, Nachhaltigkeit, Qualität: Publikation vom GNF jetzt auch auf Englisch

Transparenz, Nachhaltigkeit, Qualität – die Ansprüche an Lieferketten wachsen. Als Orientierung hat der Global Nature Fund (GNF) die Broschüre „Biodiversität in globalen Agrar-Lieferketten – Zukunft gestalten, Natur schützen" veröffentlicht.
© Global Nature Fund

© Global Nature Fund

In der Publikation zeigt der GNF für vier zentrale Rohstoffe aus Lateinamerika (Kaffee, Kakao, Bananen und Palmöl) Wege auf, wie Lieferketten nachhaltig organisiert werden können. Mit dem Fokus auf Ecuador und Kolumbien klärt die Broschüre über Biodiversitätsrisiken beim Anbau der Rohstoffe auf und informiert über konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des Biodiversitätsmanagements.
Sie schafft einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Biodiversitätsschutz in der Landwirtschaft auf nationaler, internationaler und EU-Ebene und stellt Formate der internationalen Zusammenarbeit als business opportunities für Unternehmen vor. Auch eine Übersicht zu Instrumenten zur Erfassung von Biodiversitätspotenzialen beim Anbau sowie eine Bewertung von Standards und Labels in puncto Biodiversitätsaspekte sind enthalten und geben Einkäufer*innen, CSR-, Produkt- und Qualitätsmanager*innen konkrete Entscheidungshilfen.

Hier können Sie die Broschüre auf Deutsch und auf Englisch herunterladen.

Kontakt: Stefan Hörmann

Leitfaden Biodiversität: Naturland veröffentlicht Broschüre

Gut die Hälfte der Fläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Wie Felder und Wiesen bewirtschaftet und Agrarlandschaften gestaltet werden, hat bedeutende Auswirkungen auf die Entwicklung der heimischen Artenvielfalt.

Der Verband Naturland veröffentlichte im September einen sehr interessanten Leitfaden zu diesem wichtigen Thema, um zu zeigen, wie eine nachhaltige Landwirtschaft die Erhaltung und den Schutz der Biodiversität fördert.

Broschüre online lesen.

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Die Mitglieder der ´Biodiversity in Good Company´ Initiative (Stand Oktober 2022)

Die Mitglieder der ´Biodiversity in Good Company´ Initiative (Stand Oktober 2022)

Sei es in der Berichtpflichterstattung, im Lieferketten-Management oder in der strategischen Unternehmenskommunikation: Aktuell finden zahlreiche Prozesse statt, die nicht nur Klima, sondern weitere umweltbezogene Aspekte wie Biodiversität in den Fokus stellen. Mit den neuen globalen, europäischen und nationalen Zielsetzungen im Bereich Biodiversität, welche wie die neue Nationale Biodiversitätsstrategie (NBS) bereits in der Pipeline sind und demnächst definiert werden, ist mit Neuerungen und Transformationen im Wirtschaftssystem mittel- und langfristig zu rechnen.

Die neue Vision bis 2030 der ´Biodiversity in Good Company´ Initaitive zielt darauf ab, den Schutz der biologischen Vielfalt im unternehmerischen Kontext jetzt und künftig zu stärken und interessierte business stakeholder mit Expertise und im Dialog mit relevanten Akteur*innen zu unterstützen. Weitere Informationen über die Aktivitäten unserer Initiative finden Sie hier

Impressum/Disclaimer/Datenschutz

'Biodiversity in Good Company' Initiative e. V.
Pariser Platz 6
10117 Berlin
Tel +49 (0)30 226050-10/-11
contact(at)business-and-biodiversity.de
www.business-and-biodiversity.de

Registergericht: Amtsgericht Charlottenburg
Vereinsregister-Nr. VR 31061 B

Vorstand gem. § 26 BGB
Geschäftsführerin: Veronica Veneziano
veronica.veneziano(at)business-and-biodiversity.de

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