Biene weg. Regale leer.

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Praktisches Handlungsbeispiel:

Biene weg. Regale leer.

Gemeinsam mit dem niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies und Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des NABU, räumte die REWE Group am 14. Mai 2018 in einem PENNY-Supermarkt sämtliche Produkte aus den Regalen, die es in der bekannten Form ohne Bienen und andere bestäubende Insekten nicht mehr gäbe.  

Die Folge: Von den 2.500 Artikeln im PENNY-Sortiment der Filiale am Marktplatz 5 in Langenhagen fehlten rund 60 Prozent, nämlich alle Produkte, die direkt oder indirekt von der Insektenbestäubung abhängig sind. Die Kundinnen und Kunden wurden am Morgen mit den leeren Regalen überrascht. Somit wurde imposant deutlich: Bienen sind nach Rindern und Schweinen das drittwichtigste Nutztier des Menschen. Weltweit sind über 85 Prozent der Wild- und Kulturpflanzen auf die Bestäubungsleistung der Bienen und einer Vielzahl weiterer bestäubender Insektenarten angewiesen.

„Ich war schockiert als ich die Auflistung sah. Man macht sich überhaupt keine Vorstellung davon, wie viele Produkte ohne die Bestäubungsleistung der Insekten wegfallen würden. Wir müssen gemeinsam alle Anstrengungen unternehmen, um das Insektensterben zu stoppen. Umso dankbarer bin ich, dass Olaf Lies als Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz die Aktion unterstützt und sich heute persönlich ein Bild davon macht. Wir wollen unseren Kunden aber auch zeigen, wie vergleichsweise einfach sie sich für die Bienen engagieren können. Zum Beispiel mit Blumenwiesen oder Insektenhotels auf dem Balkon oder im Garten“, so Stefan Magel, Bereichsvorstand Handel Deutschland / COO PENNY. „Unsere Natur verstummt ansonsten unwiederbringlich“, so Magel.

Umweltminister Olaf Lies ergänzte: „Die Konsequenzen eines ungebremsten Insektensterbens werden uns hier auf erschreckend deutliche Weise vor Augen geführt. Ein Großteil des gesamten Lebensmittelsortiments ist von der Leistung von Bienen und vielen anderen Insektenarten abhängig. Ohne sie hätten wir sehr stark ausgedünnte Supermärkte – und dieses Problem träfe uns dann alle! Diese düstere Zukunftsvision zeigt, was uns blüht, wenn wir nicht unverzüglich gegensteuern. Auch als Nahrungsgrundlage für Fledermäuse und viele Vogelarten sind Insekten unersetzlich. Die EU hat sich endlich positioniert und in der letzten Woche drei für Wildbienen und andere Bestäuber gefährliche Gifte aus dem Verkehr gezogen. Die Bundesregierung legt ein Aktionsprogramm auf, das vor allem mehr Lebensraumschutz vorsieht. Auch wir in Niedersachsen wollen die Vielfalt der Insekten erhalten und fördern, indem wir verstärkt den Ursachen des Insektensterbens auf den Grund gehen, um dann mit geeigneten Maßnahmen gezielt gegenzusteuern. Verbraucherinnen und Verbraucher haben durch ihr Kaufverhalten mehr Einfluss, als sie denken: Saisonale, regionale und vor allem auch nachhaltig (biologisch) und somit umweltfreundliche Produkte sind gut für unsere Luft, das Wasser und die Böden. Nur mit vereinten Kräften können wir dem Insektensterben entgegenwirken.“

Die Aktion in dem Supermarkt wurde gezielt im Vorfeld des ersten Weltbienentags der Vereinten Nationen (20.5.) geplant. „Es ist paradox, dass vor allem die Landwirtschaft in hohem Maße von Insekten abhängig ist, beispielsweise für die Bestäubung der Kulturpflanzen oder für die biologische Schädlingsbekämpfung – und zugleich als einer der Haupttreiber ihres Verlustes gilt. Wenn also zukünftig die Bestäuber schützen wollen, ist ein Umdenken in der Landwirtschaft unausweichlich. Die heutige Penny-Aktion trägt dabei einen wichtigen Teil zur Bewusstseinsbildung bei. Schließlich kann man sich die Folgen des alarmierenden Insektenrückgangs nicht oft genug vor Augen halten, da nicht nur die menschliche Versorgung mit Lebensmitteln gefährdet wird, sondern auch das Funktionieren der Ökosysteme. Darüber hinaus wird am heutigen Tag einmal mehr deutlich, wie groß der Handlungsbedarf für das seitens der neuen Bundesregierung angekündigte Aktionsprogramm Insektenschutz ist“, mahnt Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU).

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