Business and Biodiversity: Ritter Sport

Ritter Sport

Selbstverpflichtung

Interessiert Sie, was Schokoladenproduktion und Umweltschutz verbindet? Ritter SPORT interessiert sich seit vielen Jahren dafür und setzt sich aktiv für den Erhalt der Biodiversität ein.

Schon seit Jahren hat Ritter SPORT umweltschonendes Handeln in seinem Leitbild verankert. Den Schutz der natürlichen Ressourcen, wozu auch die Erhaltung der Artenvielfalt gehört, betrachtet das Unternehmen als eine der wichtigsten Herausforderungen für die Zukunft.

Als Mitglied der 'Biodiversity in Good Company' Initiative und zur Umsetzung der Leadership-Erklärung hat Ritter SPORT sich bereit erklärt, seine Geschäftstätigkeit und deren Auswirkungen auf die biologische Vielfalt zu untersuchen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden an die Geschäftsleitung weitergegeben und dienen dann als Grundlage für mögliche weitere Aktivitäten.  

Die Lieferanten des Schokoladenherstellers werden mittels des Code of Conduct über die Unternehmenszielsetzungen zum Artenschutz informiert, die in die Aktivitäten mit einbezogen werden sollen. Zusätzlich prüft das Unternehmen stetig Kooperationsmöglichkeiten mit Nichtregierungsorganisationen und den wirtschaftlichen Nutzen solcher Zusammenarbeit.

Um die Erfolge von Ritter SPORT in den Bereichen biologische Vielfalt und Nachhaltigkeit sichtbar zu machen, setzt sich das Unternehmen Schwerpunktthemen. Anhand der Projektverläufe in diesen Schwerpunktbereichen kann alle zwei bis drei Jahre die Entwicklung analysiert und gegebenenfalls angepasst werden.

Nutzen

Die Förderung des nachhaltigen Kakaoanbaus und die Nutzung regenerativer Energiequellen sind die wichtigsten Themen für Ritter SPORT, um die biologische Vielfalt zu schützen.

Nachhaltiger Kakaoanbau

CACAONICA

In den vergangenen Jahren ist es durch das Engagements des Unternehmens gelungen, die Kakaoanbauflächen von agroforstwirtschaftlich produziertem Kakao in Nicaragua zu erweitern. Die Einführung dieser umweltschonenden Landbewirtschaftungsform wurde mithilfe von Beratungsarbeit (Bereitstellung von Materialien sowie Schulungen zum nachhaltigen Kakaoanbau), dem Aufbau einer Kakaoankauf und Kakao-Trocknungsstation sowie durch Prämienzahlungen zuzüglich zum aktuellen Weltmarktpreis erreicht. Die seit mittlerweile 25 Jahren bestehende Zusammenarbeit hat sich sehr positiv entwickelt, heute sind etwa 3.500 Kakaobauern in rund 20 Kooperativen daran beteiligt.

Die empfindlichen Kakaobäume benötigen eine Umgebung mit großen Schattenbäumen, die sie vor Sonne schützen. Durch den agroforstwirtschaftlichen Anbau entstehen keine Monokulturen, sondern artenreiche Mischkulturen. Des Weiteren können durch den Aufbau zentraler Trocknungsstationen bei den Kooperativen und durch die Einführung energieeffizienter Trocknungsmethoden erhebliche Mengen an Feuerholz eingespart werden. Zusätzlich wird so die Abholzung minimiert und die natürlichen Lebensräumen zahlreicher Tier- und Pflanzenarten erhalten.

Der nachhaltige Kakaoanbau ist demnach sinnvoll für alle Beteiligten: für die Bauern, den Regenwald und für Ritter SPORT.

EL CACAO

2012 hat das Unternehmen ein weiteres Kapitel im Nachhaltigkeitsengagement im mittelamerikanischen Nicaragua aufgeschlagen. Im Osten Nicaraguas hat Ritter SPORT Land erworben und ist nun selbst in den nachhaltigen Anbau von Kakao eingestiegen. Auch hier das Ziel: ökologisch und sozial nachhaltig angebauter Kakao für Ritter SPORT Schokolade.

Mit 2.500 Hektar entsteht hier eines der größten zusammenhängenden Kakaoanbaugebiete der Welt. Der Anbau folgt Standards, die eine Zertifizierung nach UTZ Certified oder Rainforest Alliance ermöglichen. Die erste Ernte ist für 2017 geplant.

Aus ehemaligem Brachland entsteht hier eine Plantage mit Modellcharakter, die nach den Maßstäben der agroforstwirtschaftlichen Landwirtschaft aufgeforstet wird. Der Erhalt vorhandener Waldbestände und Feuchtgebiete sowie die Einrichtung von Tierbrücken sichern die Artenvielfalt in der Region. Die Bewirtschaftung der Flächen erfolgt nach den Prinzipien der integrierten Landwirtschaft. Dazu zählen Energieeffizienz, die Vermeidung klimaschädigender Emissionen, nachhaltige Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität.

Neben ökologischen Aspekten sind auch soziale Fragen im Kakaoanbau der zentrale Beweggrund für Ritter SPORT, hier selbst aktiv zu werden. Hohe Sicherheitsstandards, ärztliche Versorgung, umfangreiche Weiterbildungsmaßnahmen und eine Bezahlung über dem nicaraguanischen Mindestlohn garantieren faire und sichere Arbeitsbedingungen.

Alternative Energiequellen

Auch vom vermehrten Einsatz alternativer Energieformen profitiert nicht nur Ritter SPORT, sondern ebenso die Umwelt. Bei der Produktion von konventionellem Strom entsteht aufgeheiztes Kühlwasser, welches in Flüsse eingeleitet wird: Fischsterben und schädliches Algenwachstum sind die Folgen. Die bei der Energiegewinnung häufig entstehenden Abgase verstärken den Treibhauseffekt, tragen zur globalen Erwärmung bei und verändern damit zahlreiche Ökosysteme, wodurch der Lebensraum vieler Arten unwiederbringlich zerstört wird. Die Folge: eine massive Artenreduzierung in Flora und Fauna.

Darum setzt das Unternehmen bereit seit vielen Jahren auf den Bezug von Ökostrom, das unternehmenseigene Blockheiz-Kraftwerk (BHKW) sowie eine Photovoltaikanlage. Auch in Zukunft möchte Ritter SPORT seine Emissionen weiter reduzieren und investiert momentan in den Bau eines leistungsstärkeren BHKWs, welches im Jahr 2016 in Betrieb gehen wird.

Eindrücklich vereinen sich schließlich alle nachhaltigen und ökologischen Bemühungen des Unternehmens Ritter SPORT: Nachhaltig erzeugter Kakao wird unter Einsatz von Ökostrom zu Schokolade verarbeitet und anschließend in einer vollrecyclingfähigen Polypropylen-Folie verpackt.

FactBox Ritter Sport

Hauptsitz 
Waldenbuch, Baden Württemberg, Deutschland

Produktsegment
Tafelschokolade

Umsatz 2014
ca. 430 Millionen Euro (Stand: Januar 2015)

Weltweit Beschäftigte 2014
1.300

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