Business and Biodiversity: Knauf Gips KG

Knauf Gips KG

Warum und wie wir uns engagieren

Gips

„Schon seit Gründung unserer Firma Rheinische Gipsindustrie und Bergwerksunternehmen im Jahr 1932 hat die Schonung der Natur trotz Abbautätigkeit oberste Priorität. Langfristiger Erfolg ist ohne einen verantwortungsbewussten Umgang mit den natürlichen Ressourcen nicht möglich. Dies war und ist eines der wichtigsten Unternehmenziele von Knauf und wird es auch in Zukunft bleiben.“ – Alexander Knauf & Manfred Grundke (Geschäftsführende Gesellschafter, Knauf Gruppe) 

Naturgips wird von Knauf seit mehr als 80 Jahren abgebaut. Die Gewinnung dieser ortsgebundenen Ressource, als Rohstoff für die verschiedenen Verarbeitungsbetriebe, in kleinen oder größeren Steinbrüchen, bedeutet immer einen zwar vorübergehenden, aber nicht unwesentlichen Eingriff in die Natur und Landschaft. Dem jeweiligen Stand der Erfahrung und der Technik entsprechend werden die abgebauten Lagerstätten meist rekultiviert und in der Regel einer land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung zugeführt. 

Von Anfang an ging es Knauf dabei nicht nur um die Erfüllung gesetzlicher Vorschriften, sondern darum, weit darüber hinaus Naturschutz zu praktizieren. Geändert hat sich allerdings das Verständnis des Begriffs „Naturschutz“. Bis in die 90er Jahre wurde darunter die „harmonische Eingliederung in das Landschaftsgefüge“ und die Rekultivierung der genutzten Flächen für eine „sinnvolle landwirtschaftliche Nutzung“ verstanden. Das Schließen von „Narben in der Landschaft“ war der Leitgedanke. Heute konkurriert die klassische Rekultivierung mit einem neuen Verständnis von Naturschutz. „Seit vermehrt bekannt geworden ist, dass in offengelassenen oder gar noch in Betrieb befindlichen Steinbrüchen selten gewordene Tier- und Pflanzenarten unseres Naturraums besonders geeignete Refugien vorfinden, hat bei Naturschutz und Rohstoffwirtschaft ein aktives Umdenken eingesetzt“, so Bernd Raab, Geobotaniker beim Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV).

Prof. Dr. Matthias Reimann, Leiter Rohstoffsicherung & Umwelt, Knauf Gips KG: „Biodiversität – früher noch ganz unspektakulär als Artenvielfalt bezeichnet – wurde Mitte der 80er Jahre für uns zum Thema. Man hatte erkannt, dass gegenüber verfüllten und rekultivierten Abbaustellen renaturierte und aktive Gruben und Brüche als Oasen für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten dienen. Die Stichworte schon damals waren Rohbodenstandort, Pioniergesellschaft, Wanderbiotop, Uhu und Gelbbauchunke ….“ 

Seit 1991 arbeitet Knauf Hand in Hand mit dem LBV zusammen. Aus dem Pilotprojekt zur Förderung der „Gipssteppen“ in Bayern 1991 ist mittlerweile ein breiter Ansatz zur Zusammenarbeit bei der Planung und Umsetzung von Renaturierungsmaßnahmen zwischen der Knauf Gips KG, amtlichem und privatem Naturschutz geworden. Auch auf Verbandsebene konnten Kooperationen beschlossen werden. Zusammen mit anderen Unternehmen der Bau- und Rohstoffbranche arbeitet Knauf im Arbeitskreis „Lebensraum Steinbruch und Kiesgrube“ des LBV an der praktischen Umsetzung von Naturschutzarbeit in Abbaugebieten. Im „Frankenbündnis“ bietet Knauf zusammen mit anderen Unternehmen dem LBV Möglichkeiten zur Umweltbildung für Kinder und Erwachsene. Auf Bundesebene konnte mit dem Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden e.V. und dem NABU ein Konzept zu Wanderbiotopen in Abbaustätten entwickelt werden, und auf europäischer Ebene unterstützt die Knauf Gips KG den europäischen Verband EUROGYPSUM bei der Etablierung eines einheitlichen Biodiversitätsindikatorensets für das Monitoring in aktiven Abbaustätten.

Aktuell arbeitet Knauf mit dem Industrieverband Steine & Erden Baden-Württemberg e. V. an der Umsetzung einer Biodiversitätdatenbank, um die umfangreichen Datenbestände zu Flora und Fauna in den Abbaustätten zusammenzuführen, zu vereinheitlichen und zu analysieren. „Wir sind durchaus etwas stolz, diese Themen von Anfang mit initiiert zu haben – noch bevor die vielbeschworene Konferenz von Rio sich der Sache annahm“, sagt Matthias Reimann.

Was Knauf zum Handeln motiviert

Für Knauf ist die Förderung von Biodiversität zwischenzeitlich zu einer „Herzensangelegenheit“ geworden. Die zunehmenden Vereinheitlichung und Intensivierung der Landschaftsnutzung führt zu einer Vereinheitlichung der Lebensräume und mündet schlussendlich in eine Verarmung unserer Umwelt, in einen Verlust an Ökosystemleistungen und damit auch in einen Verlust von Lebensqualität – für uns und spätere Generationen. Steinbrüche – ob aufgelassen oder noch im Abbau befindlich – haben durch ihre besonderen Lebensräume eine steigende Bedeutung als Rückzugsgebiet für bedrohte Tiere und Pflanzen und leisten einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Vernetzung von Biotop-Inseln, auch im Hinblick auf NATURA 2000. Seit 2013 arbeitet nun ein zusätzlicher, speziell im Bereich Ökologie und Naturschutz geschulter Mitarbeiter für Knauf an dieser Thematik.

Die Mitgliedschaft bei 'Biodiversity in Good Company' soll der steigenden Relevanz ebenfalls Rechnung tragen und mithelfen, das Thema biologische Vielfalt in die Köpfe der Menschen zu tragen: ein Beitrag zur deutschen Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt und zur Biodiversitätsstrategie 2020 der EU. 

Langfristige und nachhaltige Planung ist für ein Unternehmen der Baustoff- und Rohstoffindustrie überlebenswichtig. Die Knauf Gips KG hat früh erkannt, dass die Nutzung ortsgebundener Ressourcen nur im Einklang und mit Akzeptanz der örtlichen Bevölkerung erfolgen kann. Moderne Genehmigungsverfahren sind mittlerweile ohne enge Abstimmung mit Behörden, Naturschutzverbänden und Bürgern nicht mehr denkbar. 

Professionelle Maßnahmen zur Rekultivierung und Renaturierung sowie das effektive Management von Tier- und Pflanzenarten in aktiven Steinbrüchen sind wichtige vertrauensbildende Maßnahmen und Teil einer nachhaltigen Geschäftsstrategie. Langfristiges Ziel der Rohstoffsicherung ist es, die Genehmigungsfähigkeit neuer Abbaustätten zu erhalten oder gar zu fördern. Die zunehmende Bedeutung von Steinbrüchen als Refugium für bedrohte Arten verleiht der Knauf Gips KG ein zusätzliches – wissenschaftlich untermauertes – Argument, Deutschland und Europa als Standort, in dem der Abbau von Naturgips möglich bleiben muss, zu erhalten.


Weitere Informationen in den Fortschrittsberichten des Unternehmens, siehe Randspalte rechts

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