Business and Biodiversity: Faber-Castell

Faber-Castell

Warum und wie wir uns engagieren

Als eines der ältesten Industrie- und Familienunternehmen der Welt wird die Faber-Castell-Gruppe derzeit in der 8. Generation von Anton-Wolfgang Graf von Faber-Castell geführt und zählt damit zu der immer kleiner werdenden Zahl von Traditionsunternehmen, die nicht nur in Familienbesitz sind, sondern auch von einem Vertreter der Familie geleitet werden. 

Neben Kompetenz & Tradition, herausragende Qualität und Innovation & Kreativität ist einer der Markenkernwerte von Faber-Castell die soziale & ökologische Verantwortung. Zahlreiche Projekte weltweit dokumentieren dieses langfristige Engagement des Unternehmens, das auch den Themen Artenschutz und Biodiversität eine große Bedeutung beimisst. Diesem Selbstverständnis folgend unterzeichnete Faber-Castell 2008 die Leadership-Erklärung der 'Business and Biodiversity' Initiative.

Der langfristige Erfolg des Unternehmens ist abhängig von einer umweltverträglichen Sicherung der Rohstoffe. Daher muss Faber-Castell als größter weltweiter Einzelhersteller holzgefasster Stifte gerade die Verfügbarkeit der Ressource Holz dauerhaft sicherstellen. Um also auch künftig “anständig“ (im monetären wie ethischen Wortsinn) wirtschaften zu können, setzt sich das Unternehmen neben vielen weiteren ökologischen Zielen für den Erhalt und Schutz der biologischen Vielfalt rund um die Produktionsstandorte weltweit ein.

Wiederaufforstungsprojekt in Brasilien

Seit nahezu drei Jahrzehnten betreibt Faber-Castell ein eigenes Holzversorgungsprogramm in Prata im Südosten Brasiliens. Auf einer Fläche von ca. 10.000 Hektar ursprünglichen Brachlands wurden Millionen Setzlinge der Sorte Pinus caribaea angepflanzt – eine Baumart, die auf dem kargen, sandigen Boden der brasilianischen Savanne ideale Wachstumsbedingungen vorfindet. Das Forest Stewardship Council hat die Wälder seit 1999 nach FSC-FM (Forest Management) zertifiziert.

Die Forste werden nicht nur zur Holzgewinnung genutzt, sondern berücksichtigen auch Aspekte der Biodiversität. In den Forsten sind rund 2.700 Hektar naturbelassene Waldflächen enthalten, die Lebensraum für zahlreiche, zum Teil vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten sind.

Die initiierten Programme „Arboris“ und „Animalis“ in den brasilianischen Forsten in Kooperation mit anerkannten Universitäten dokumentieren die lokale Artenvielfalt und tragen dazu bei, die Bestände zu sichern und weiter zu diversifizieren. Auf Basis von Beobachtungen, Fußabdrücken und Ausscheidungen sowie zusätzlichen Kameraaufzeichnungen erfolgt die jährliche Registrierung der Tierwelt. Die Zahl der Vogel- und Säugetierarten ist seit Beginn der Aufzeichnungen 1992 kontinuierlich gestiegen: bot die naturbelassene Fläche 1992 Lebensraum für etwa 145 Vogel- und 27 Säugetierarten, so beherbergt sie heute bereits 232 Vogel- und 61 Säugetierarten. 13 der insgesamt 512 beobachteten Arten gelten als vom Aussterben bedroht.

Forstprojekt in Kolumbien

Neben dem Aufforstungsprojekt in Brasilien wurde 2009 ein weiteres nachhaltiges Aufforstungsprojekt in Kolumbien initiiert. Im Norden des Landes, in dem von exzessiver Viehwirtschaft geprägten, strukturschwachen Bezirk El Magdalena, bewirtschaften derzeit 51 Bauern für Faber-Castell 1.876 Hektar Wald zur Rohstoffversorgung. Die Wiederbewaldung der Region gilt als effiziente Maßnahme gegen die zunehmenden Naturkatastrophen wie Dürren und Überschwemmungen. Für dieses Projekt stellen die Kleinbauern einen Teil ihrer eigenen, bis dato hauptsächlich für das Weidevieh genutzten Agrarflächen zur Verfügung, übernehmen Aufzucht und Pflege der Wälder und werden im Gegenzug an den Erlösen des Holzverkauf beteiligt. 

Das Forstprojekt wurde als eines der ersten weltweit in das UN-Programm „Clean Development Mechanism“ aufgenommen. Faber-Castell darf – als erstes Privatunternehmen weltweit CO2-Zertifikate aus Plantagen verkaufen. Die Wirksamkeit des Projektes belegen die CO2e-Absorptionswerte der kolumbianischen Wälder gem. CDM-Projektanalyse. 

Das Faber-Castell Forstprojekt ist Teil eines großflächigen, staatlich geförderten Restrukturierungsprogrammes, das die von Überweidung und Erosion stark betroffenen Gemeinden entlang dem Rio Magdalena umfasst. 

Standortbezogene Eindämmung der Umweltauswirkungen

Am Standort Stein verfügt Faber-Castell über eine eigene Pelletieranlage, in der die Holzabfälle aus der Produktion zur thermischen Verwertung gepresst und gelagert werden. Der nachhaltige Prozess beginnt mit der Verwertung der Holzspäne, diese werden über Silos einer Presse zugeführt und zu Pellets gepresst. Die Pellets werden anschließend in die ehemaligen Kohlebunker gefördert und für den Winterbetrieb eingelagert. Der Ofen kann in den Sommermonaten für ca. vier Monate außer Betrieb bleiben, erst in den Wintermonaten werden die Pellets aus den Bunkern entnommen und verfeuert. Mit der modernen Pelletheizung werden umweltfreundlich 25 % der benötigten Wärmeenergie erzeugt.

Eines der Vorzeige-Werke der Faber-Castell Gruppe in puncto Effizienz und Ökologie ist die Faber-Castell Tochtergesellschaft in Peru. Das 1965 gegründete Werk, das die gesamte Firmengruppe mit jährlich etwa 400 Millionen Markern und Kugelschreibern versorgt, investierte in den vergangenen zehn Jahren nicht nur in eine moderne Fertigung und neue Werkshallen, sondern auch in Forschung und Entwicklung sowie in soziale und ökologische Einrichtungen. Die neue lichtdurchflutete Kantine ist ein Begegnungsort für Mitarbeiter und Gäste. Gleich daneben liegt ein seerosenbewachsener Teich, der den Beweis für die Reinheit des Wassers liefert, das aus den Tanks der Tintenbefüllung stammt und in der eigenen, hochmodernen Wiederaufbereitungsanlage gefiltert wurde. Die Aufbereitung erfolgt in drei Stufen, die zurückbleibenden Schlacken werden fach- und umweltgerecht entsorgt. Neben Peru haben auch die Werke in Indonesien und Brasilien eigene Aufbereitungsanlagen.


Weitere Informationen in den Fortschrittsberichten des Unternehmens, siehe Randspalte rechts

FactBox Faber-Castell

Hauptsitz
Stein, Deutschland

Produktsegment
Schreibwaren und Zeichengeräte

Umsatz 2012/13
ca. 590 Millionen Euro

Weltweit Beschäftigte
ca. 7.500

Fortschrittsberichte zur 'Biodiversity in Good Company' Leadership-Erklärung

Fortschrittsbericht Leadership-Erklärung 2013/2014

Fortschrittsbericht Leadership-Erklärung 2011/2012

Aufforstung in Kolumbien: Ein Nachhaltigkeits-Projekt von Faber-Castell

Bildergalerie

Bilder der Firma Faber-Castell zu ihrer Biodiversitäts-Strategie. Zum Vergrößern klicken Sie bitte auf eines der Bilder.

Eule auf den Faber-Castell Plantagen in Prata, Brasilien
Luftaufnahme der Faber-Castell Kieferplantagen in Prata, Brasilien
Ein Mähnenwolf auf den Faber-Castell-Plantagen in Prata, Brasilien
Forstarbeiter pflegen die Wälder in Zapayan, Kolumbien
Landwirtschaftliche Nutzung der Faber-Castell  Plantagen in Zapayan, Kolumbien
Faber-Castell Plantagen in Zapayan, Kolumbien
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