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Newsletter September 2011

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

die UN-Dekade der Biodiversität 2011 bis 2020 hat gerade erst begonnen – nicht nur deshalb gibt es noch viel zu tun, um weltweit die biologische Vielfalt besser zu schützen. Auch der Privatsektor muss weit mehr als heute dazu beitragen. Die ‘Biodiversity in Good Company’ Initiative als Zusammenschluss von Unternehmen hat ein klares Bekenntnis zur Bedeutung des Themas abgegeben: Im Sommer wurden die Weichen gestellt, um auch in Zukunft an Lösungen mitwirken zu können. Wir haben den Schritt getan vom Erfolgsprojekt des Bundesumweltministeriums zur Gründung eines Vereins, den von nun an die Unternehmen tragen.

Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen begrüßte die Gründung: „Die Natur ist unsere Lebensgrundlage. Sie zu schützen ist gemeinsame Aufgabe des Staates und der Gesellschaft. Mit der Gründung des internationalen Unternehmensnetzwerks ‘Biodiversity in Good Company’ leisten deutsche Unternehmen hierzu einen wichtigen Beitrag. Sie unterstützen die Bundesregierung bei der Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt und der auf internationaler Ebene beschlossenen Ziele." Lesen Sie mehr in der Rubrik „Neues aus der Initiative“.

Als neue Ansprechpartnerin in der Berliner Geschäftsstelle steht Ihnen seit Anfang August Carolin Boßmeyer zur Verfügung, die die Geschäftsführung des Vereins übernommen hat.

Im aktuellen Newsletter stellen wir Ihnen außerdem wie gewohnt Aktuelles aus der Praxis unserer Mitgliedsunternehmen vor und informieren über spannende Entwicklungen und Veranstaltungen.

Die ‘Biodiversity in Good Company’ Initiative wünscht eine informative Lektüre!

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Neues aus der Initative

Die ‘Biodiversity in Good Company’ Initiative stellt sich neu auf - starkes Signal der Wirtschaft

Die seit 2008 bestehende ‘Biodiversity in Good Company’ Initiative wird durch die Gründung eines Vereins in Eigenregie der Wirtschaft weitergeführt.

Damit bekommt ein Erfolgsprojekt des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) sowie der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) eine langfristige Zukunftsperspektive.

Das internationale Unternehmensnetzwerk wird seine Arbeit von Deutschland aus weiter ausbauen. Das BMU begrüßt das Engagement der Unternehmen, die Initiative aus eigener Kraft weiterzuentwickeln. Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen sagte anlässlich der Gründung: „Die Natur ist unsere Lebensgrundlage. Sie zu schützen, ist gemeinsame Aufgabe des Staates und der Gesellschaft. Mit der Gründung des internationalen Unternehmensnetzwerks ‘Biodiversity in Good Company’ leisten deutsche Unternehmen hierzu einen wichtigen Beitrag. Sie unterstützen die Bundesregierung bei der Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt und der auf internationaler Ebene beschlossenen Ziele." Deutschland hatte von 2008 bis 2010 die Präsidentschaft des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) inne und war Gastgeber der 9. Vertragsstaatenkonferenz im Jahr 2008 in Bonn. Aus diesem Anlass hatte das Bundesumweltministerium gemeinsam mit Unternehmen die Wirtschaftsplattform ins Leben gerufen und die GIZ mit deren Umsetzung beauftragt.

"Biodiversität zu bewahren und sich für Nachhaltigkeit einzusetzen, spiegelt unsere Überzeugung, dass nur ganzheitliches Umweltmanagement Sinn ergibt. Auch ökonomisch gesehen ist es ein gesundes Zeichen, wenn sich auch kleinere Unternehmen und Marken, wie zum Beispiel der Frosch in ihrem Umfeld dauerhaft behaupten können. Ökologisch wie ökonomisch gilt: Vielfalt erhöht Lebensqualität!", erklärte Reinhard Schneider, Geschäftsführender Gesellschafter der Werner & Mertz GmbH, zur Motivation des Unternehmen, Gründungsmitglied des Vereins zu werden. Der neue Verein startet mit Mitgliedsunternehmen, die schon an der ersten Phase beteiligt waren, und will zügig weitere Unternehmen gewinnen.

Ein siebenköpfiger Vorstand wird die Initiative strategisch führen. Ihm gehören an: Alexander Bartelt, Abteilungsleiter Klimaschutz und nachhaltige Produkte, Otto Group (Vorstandsvorsitzender); Gisbert Braun, Head of Corporate Quality & Sustainability, Faber-Castell Aktiengesellschaft (Stellv. Vorstandsvorsitzender); Dr.-Ing. Detlef Matz, Leiter Nachhaltigkeitsmanagement, Werner & Mertz GmbH (Schatzmeister); Edgar Endrukaitis, Leiter Programm Umweltpolitik, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH; Michael Garvs, Leiter Nachhaltige Entwicklung, Bionade GmbH; Heini Lehti, Senior Specialist, Environmental Market Support CE, UPM GmbH; Michael Scholing-Darby, Leiter Politische Kommunikation, Konzern Außenbeziehungen, Volkswagen AG. Die Geschäftsführung übernimmt Carolin Boßmeyer.

Das Bundesumweltministerium wird auch weiterhin mit den Unternehmen der ‘Biodiversity in Good Company’ Initiative zusammenarbeiten, zum Beispiel in Form gemeinsamer Veranstaltungen wie dem diesjährigen Dialogforum „Biodiversität und Unternehmen“ am 20. Oktober in Fulda. Ebenso partnerschaftlich verbunden bleibt die Initiative mit der GIZ, in deren Räumen die Geschäftsstelle zunächst ihren Sitz behält. „Wir werden mit mehreren Unternehmen der Initiative ein internationales Projekt durchführen, um die Lieferketten auf den Prüfstand zu stellen und mit Blick auf die biologische Vielfalt zu verbessern“, kündigte der Leiter des Programms Umweltpolitik der GIZ, Edgar Endrukaitis, an, der die Initiative in der ersten Phase koordinierte und nun Mitglied des Vorstandes ist.

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2. Dialogforum Biodiversität und Unternehmen – Save the date

Bundesumweltministerium, Bundesamt für Naturschutz und ’Biodiversity in Good Company‘ Initiative laden ein zum zweiten Dialogforum „Biodiversität und Unternehmen" am 20.10.2011 in Fulda.

Weltweit, aber auch hierzulande setzt sich der Verlust der biologischen Vielfalt ungebremst fort. Unternehmen nutzen und verbrauchen Naturleistungen, auf die sie auch in Zukunft angewiesen sein werden. Der Verlust der biologischen Vielfalt destabilisiert das ökologische Gleichgewicht und zieht bedeutende unternehmerische Risiken nach sich. Der Erhalt von Biodiversität eröffnet aber auch Chancen für solche Unternehmen, die es verstehen, bereits heute das Thema des unternehmerischen Biodiversitätsmanagements aufzugreifen.

Themenschwerpunkte des Dialogforums sind Biodiversität im Umweltmanagement sowie Potenziale von Biodiversität in der Unternehmenskommunikation und Kundenansprache. Die Veranstaltung richtet sich an alle Akteure in Unternehmen, Wirtschaftsverbänden, Nichtregierungsorganisationen und Verwaltungen, die für den verantwortungsbewussten Umgang von Unternehmen mit biologischer Vielfalt eintreten. Neben Diskussionsrunden und praxisorientierten Impulsvorträgen bietet das Dialogforum Raum für vielfältige Austauschmöglichkeiten.

Das Dialogforum ist Teil des Umsetzungsprozesses der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt". Weitere Informationen und in Kürze das Programm finden Sie unter: http://www.biologischevielfalt.de.

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Mitglieder im Fokus

Die KfW fördert den Erhalt der Natur – lokal und weltweit

Das gesellschaftliche Engagement der KfW wird seit 2010 neu ausgerichtet. Biodiversität nimmt nun einen noch höheren Stellenwert ein und wird in Deutschland, aber auch international durch anspruchsvolle Projekte gefördert.

Mit dem Anspruch "Wir übernehmen Verantwortung!" werden mit ausgewählten Projekten und attraktiven Partnern die globalen Megatrends der gesellschaftlichen Entwicklung thematisiert. Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz nimmt hier einen hohen Stellenwert ein. Die Bemühungen um die Artenvielfalt zeigen unmissverständlich Ursachen und Wirkungen des Raubbaus an der Natur auf, verdeutlichen aber auch, mit welchen mitunter simplen Mitteln hiergegen etwas getan werden kann. Das Engagement der KfW für den Zoo Frankfurt, das Naturmuseum Senckenberg, BioFrankurt e.V. und den Palmengarten unterstützt zudem das Bestreben der Stadt Frankfurt, sich als Internationales Zentrum für Biodiversität zu positionieren.

Die KfW möchte daher mit ihren Projekten zeigen, dass Biodiversität und eine nachhaltige Entwicklung wichtige Elemente in ihrer Agenda sind, die stets mit neuen Ideen und Unterstützungen erweitert werden. So siedelte die KfW Bankengruppe im Rahmen der Initiative „Frankfurt summt!“ drei Bienenvölker auf ihrem Dach an, „um sich für Umwelt und Nachbarschaft einzusetzen und gleichzeitig auf den enormen Nutzen der Bienen aufmerksam zu machen“, wie Dr. Norbert Kloppenburg, Vorstandsmitglied der KfW, erklärt.

Auch die seit Mai 2011 bestehende Partnerschaft zwischen der KfW und dem Zoo Frankfurt unterstreicht die Maxime der Erhaltung der Artenvielfalt. Die Zusammenarbeit umfasst die Entwicklung nachhaltiger Strategien für einen effektiven Schutz von Ökosystemen sowie der Aufklärung über europäisches Konsumverhalten und Umweltschädigungen in den Tropen. Zum Sinnbild für den Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz avancierte das Kiwi-Küken „Manu“, dessen Patenschaft von Zoodirektor Dr. Manfred Niekisch an die KfW übertragen wurde.

Doch nicht nur das regionale Engagement ist für die KfW von großer Bedeutung, auch die internationale Unterstützung von Projekten steht im Fokus. So finanziert sie seit 2008 fünf weiblichen Studenten pro Jahr am Southern African Wildlife College (SAWC) die Ausbildung zum Ranger. Daneben steht der Aufbau des gewaltigen länderübergreifenden Nationalparks Kavango Zambesi Transfrontier Conservation Area (KAZA), für den die KfW im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über 20 Millionen Euro zur Verfügung stellt. Ihre Ziele sind neben der friedlichen Entwicklung in der Region der Schutz der außergewöhnlichen Natur sowie die grenzüberschreitende Wirtschaftsförderung und Armutsbekämpfung. Durch den Park werden zahlreiche Arbeitsplätze im Wildlife Management, in der Parkpflege und durch den Naturtourismus geschaffen.

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UPM: Papierhersteller veröffentlicht Wasser-Fußabdruck und lässt seine Wälder zertifizieren

UPM begeht die Welt-Wasser-Woche 2011 mit der Veröffentlichung einer Pilotstudie zum Wasser-Fußabdruck in der Papierproduktion. UPM-Wälder in Finnland werden zudem FSC-zertifiziert.

Anlässlich der Welt-Wasser-Woche vom 21. bis zum 27. August 2011 in Stockholm veröffentlichte das finnische Unternehmen UPM die Ergebnisse seiner Pilotstudie zum Wasser-Fußabdruck von Papier. In Kooperation mit dem Water Footprint Network (WFN) ermittelte UPM die Gesamtmenge des in der Lieferkette erforderlichen Wassers für sein deutsches Werk Nordland Papier. Das Ergebnis des „Wasser-Fußabdrucks“: Rund 99% des Wasser-Fußabdrucks entstehen in der Lieferkette und ca. 1 % im Produktionsprozess. Der größte Teil des genutzten Wassers gehört zum natürlichen Wasserkreislauf im Wald.

Nach der Klassifizierung des WFN sind laut der Pilotstudie 60 % des Wassers in der Papierherstellung „grünes“, also in das natürliche Pflanzenwachstum eingehendes Wasser. 1% der Gesamtmenge wird Gewässern und Wasserspeichern als „blaues“ Wasser entzogen. 39 % werden als „graues“ Wasser zur Neutralisierung von Schmutzwasser gebraucht.

Ruth Mathews, geschäftsführende Direktorin des Water Footprint Network, lobt: „Durch die Zusammenarbeit mit dem Water Footprint Network hat UPM eine Führungsrolle bei nachhaltiger Wassernutzung in der Papierindustrie eingenommen. Wir begrüßen diese Initiative. Die UPM Pilotstudie zeigt: Wenn Wälder nachhaltig bewirtschaftet werden, sind Papierprodukte kein zusätzliches Risiko für Wasserknappheit.“

Als Traditionsunternehmen der Bio- und Forstindustrie lebt UPM von der nachhaltigen Nutzung der Wälder. In Finnland lässt UPM seine Wälder nun nach den Standards des Forest Stewardship Council (FSC) zertifizieren. „UPM erweitert so seine Möglichkeiten zur Lieferung von Produkten aus Holz mit der von den Kunden gewünschten Zertifizierung. So können wir unser Leistungsangebot besser auf die Bedürfnisse der Kunden abstimmen“, erklärt Kari Ylönen, Marketing-Direktor bei UPM.

Gleichzeitig kann UPM auch sein Portfolio an Forstdienstleistungen verbreitern. Zukünftig bietet das Unternehmen finnischen Waldbesitzern die FSC-Zertifizierung an. Die UPM-Wälder und die meisten Wälder in Privatbesitzt sind in Finnland bereits nach PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) zertifiziert.

UPM hat das Ziel, den Anteil zertifizierter Fasern zu maximieren, und unterstützt weltweit Forstzertifizierungssysteme. UPM überprüft die Herkunft sämtlicher vom Unternehmen bezogener Holzfasern. Im Jahr 2010 lag der Anteil zertifizierter Fasern in den Produkten von UPM bei 79 %. Die Vorbereitungen zur Umsetzung des FSC-Standards sind nun im Gange.

„Wir untersuchen die Umweltauswirkungen unserer Produkte während des gesamten Lebenszyklus. Forstzertifizierungen wie FSC und PEFC liefern den Kunden den Nachweis, dass die von ihnen bezogenen Produkte auf nachhaltigen Rohstoffen basieren“, erklärt Timo Lehesvirta, Direktor für Umwelt.

Weitere Informationen zur nachhaltigen Wassernutzung bei UPM erhalten Sie unter http://www.upm.com/de/verantwortung/umwelt/wasser/Pages/default.aspx.

Weitere Informationen zum Biodiversitätsschutz bei UPM erhalten Sie von Timo Lehesvirta (Direktor der Umweltabteilung, Tel. +358 400 752 212) und Kari Ylönen (Direktor der Marketingabteilung, Tel. +358 204 150 430) oder unter http://www.upm.com/de/verantwortung/Pages/default.aspx.

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Volkswagen: Mit „Think Blue“ und „Grüner Flotte“ für Biodiversität

Der Autohersteller entwickelt seine Nachhaltigkeitsstrategie im Dialog mit Kunden und Umweltverbänden.

Nachhaltigkeit ist bei Volkswagen erklärtes Unternehmensziel. Unter dem Motto „Think Blue“ kommuniziert der Konzern sein Bestreben, eine effizientere und ökologisch nachhaltige Mobilität zu ermöglichen. Der Ansatz von VW geht dabei weit über CO2-Einsparungen seiner Fahrzeuge hinaus: Im Dialog mit dem Kunden sollen Effizienzpotenziale genutzt und der Spritverbrauch von Autos gesenkt werden.

„Uns geht es darum, gemeinsam mit unseren Kunden Möglichkeiten und Wege zu eröffnen, das Autofahren Stück für Stück effizienter und damit umweltverträglicher zu machen", erklärt Matthias Becker, Leiter der Marketingabteilung bei Volkswagen-Pkw.

In diesem Jahr veranstaltete Volkswagen im Rahmen von „Think Blue“ einen mehrstufigen nationalen Spritspar-Wettbewerb. Insgesamt hatten sich rund 2.800 Personen aus ganz Deutschland am Volkswagen „Spritsparathon 2011“ beteiligt. Um sich für das Finale zu qualifizieren, mussten die Teilnehmer unter anderem einen CO2-Spartipp abgeben, ein Nachhaltigkeits-Quiz bestehen und eine Fahrt in einem Golf BlueMotion absolvieren. Die beiden Sieger Hans und Felix Stadler aus Bayern wurden am 20. August 2011 in Berlin ausgezeichnet.

Partner Volkswagens beim „Spritsparathon“ war der der Naturschutzbund Deutschland (NABU), mit dem Volkswagen seit Jahren eine enge Kooperation pflegt. Im Juni 2011 gab die VW Leasing-Sparte gemeinsam mit dem NABU den Startschuss für das Renaturierungsprojekt „Großes Moor“: Für jedes über Volkswagen geleaste CO2-optimierte (≤129 g/KM) Fahrzeug leistet VW-Leasing zusammen mit dem Kunden einen Beitrag an den NABU für den Schutz des Moors nahe Gifhorn in Norddeutschland.

Grundlage des Projekts bildet das ökologisch ausgerichtete Flottenmanagement der Volkswagen Leasing. Die „Grüne Flotte“ aus verbrauchs- und schadstoffreduzierten Fahrzeugen rechnet sich für die Umwelt und ist gleichzeitig ökonomisch sinnvoll: Die Betriebskosten eines Fuhrparks für den Kunden werden erheblich gesenkt, und Unternehmen profitieren zudem vom Imagegewinn.

Dass Volkswagen nun den Moorschutz des NABU mit den Erlösen aus der „Grünen Flotte“ unterstützt, ist auch ein Investment in den Klimaschutz: „Wie wichtig die Moore für unser Klima sind, lässt sich anhand einiger eindrucksvoller Zahlen belegen. So sind in Mooren weltweit über 450 Gigatonnen Kohlenstoff gebunden. Das entspricht 30 Prozent des gesamten im Boden gespeicherten Kohlenstoffs, doppelt so viel wie in allen Wäldern der Erde zusammen. Da in Deutschland über 95 Prozent der Moore erheblich gestört sind, ist die Kooperation mit Volkswagen Leasing beispielhaft. Sie zeigt, dass sich professionelles, ökologisch orientiertes Flottenmanagement und Umweltschutz nicht ausschließen, sondern für alle Beteiligten in hohem Maße auszahlen“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Weitere Informationen zur Kommunikation von „Think Blue“ finden Sie unter http://www.volkswagen.de/de/Volkswagen/nachhaltigkeit/think_blue.html, Hintergründe zur „Grünen Flotte“ unter http://www.vw-leasing-fleet.de/fsag/gvd/vwfs_vwlportal/de/leistungen/umwelt-programm/die_gruene_flotte.htx.

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Weleda: Große Fortschritte beim Nachhaltigkeitsengagement

Im Nachhaltigkeitsbericht 2010 veröffentlicht Weleda konsolidierte Daten zu Umwelt und Sozialem im Berichtsformat der Global Reporting Initiative (GRI). Seit Mai ist das Unternehmen zudem Mitglied der Union for Ethical Biotrade.

Der kürzlich erschienene Nachhaltigkeitsbericht von Weleda zeigt: Der Hersteller von Naturkosmetik und -arzneien verfolgt seine Nachhaltigkeitsstrategie weiter sehr erfolgreich. Kernthemen sind dabei für Weleda umweltverträgliche Rohstoffgewinnung, biologischer  Anbau, Klimaneutralität, Wasserkonservierung, fairer Handel und Mitarbeiterförderung. Wie schon in vergangenen Berichten veröffentlichte das Unternehmen seine Umweltdaten entlang dem Berichtsstandard der Global Reporting Initiative (GRI). Erstmals wurden 2010 zusätzlich auch Daten zu sozialen Aktivitäten bei Weleda gemessen.

Besonders erfolgreich war Weleda 2010 in der Umstellung auf Bio-Rohstoffe: Der Anteil pflanzlicher Bio-Rohstoffe wurde auf 74 % gesteigert. In der Naturkosmetik-Herstellung konnte dank neuer Anlagen zur Optimierung von Kühlprozessen der Wasserverbrauch weiter gesenkt werden. Am Schweizer Standort Arlesheim erfolgt die Versorgung mit Erdgas und Elektrizität nun außerdem vollständig klimaneutral. Für entsprechende CO2-Kompensationsprogramme arbeitet Weleda unter anderem mit der Klimaschutzorganisation myclimate zusammen.

Die erfolgreiche Nutzung nachhaltig angebauter Rohstoffe kann Weleda zukünftig im starken Verbund ausbauen: Seit dem 5. Mai 2011 ist das Unternehmen Mitglied der Union for Ethical Biotrade (UEBT). Die 2007 gegründete Non-Profit-Organisation mit Sitz in Paris vertritt einen global anerkannten Standard für nachhaltige Beschaffung und Nutzung von Rohstoffen, unter Berücksichtigung der Biodiversität sowie der fairen Verteilung der Einkünfte („access and benefit sharing“). Weleda hat sich verpflichtet, den Standard innerhalb der nächsten fünf Jahre bei sämtlichen Lieferanten und Rohstoff-Partnern umzusetzen. Auch aufgrund der 90-jährigen Erfahrung im Bereich der Biodiversität wurde Weleda in den UEBT-Vorstand gewählt.

Weitere Informationen zum Biodiversitätsengagement und den ökologischen Anbau-Projekten von Weleda finden Sie auf der neu gestalteten Website des Unternehmens www.weleda.com.

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Business and Biodiversity Themen weltweit

Meilenstein im Biodiversitätsschutz: Deutschland ratifiziert das ABS-Abkommen

Das internationale ABS-Abkommen regelt den Zugang und Vorteilsausgleich zu genetischen Ressourcen, ein wichtiger Schritt hin zu nachhaltiger Entwicklung. Deutschland und die EU haben bereits unterzeichnet.

Am 23. Juni 2011 unterschrieben Vertreter Deutschlands, der EU sowie elf weiterer EU-Mitgliedsstaaten das sogenannte Nagoya-Protokoll des internationalen „Übereinkommens über die biologische Vielfalt“. Das völkerrechtlich bindende Abkommen regelt Zugang und Vorteilsausgleich zur Nutzung genetischer Ressourcen, ein Konzept, das unter dem Begriff ‚Access and Benefit Sharing‘ – kurz ABS – bekannt geworden ist.

Das ABS-Abkommen gilt als Meilenstein im weltweiten Biodiversitätsschutz: Nach gründlicher Vorbereitung in mehreren Verhandlungsrunden konnte das Protokoll im Oktober 2010 anlässlich der 10. CBD-Vertragsstaatenkonferenz im japanischen Nagoya verabschiedet werden. Inzwischen haben neben Deutschland bereits 40 weitere Staaten das Abkommen ratifiziert. In Kraft tritt es 50 Tage nach Unterschrift des 50. Staates.

Das Nagoya-Protokoll legt Rechte und Pflichten von Nutzern und Bereitstellern genetischer Ressourcen fest. Den Staaten wird volle Hoheitsgewalt über ihre genetischen Ressourcen garantiert. Sie wiederum sichern zu, den Zugang zu diesen Ressourcen nach einvernehmlich festgelegten, transparenten Bedingungen zu regeln. Nutzer, zum Beispiel Pharmaunternehmen, die pflanzliche Rohstoffe verwenden, sind im Gegenzug verpflichtet, die sich ergebenden finanziellen oder ideellen Vorteile fair und ausgewogen zu teilen.

Den Nutzern, größtenteils Unternehmen der wirtschaftsstarken Nationen, kommt diese Regelung zugute, weil sie die Grundlagen für mehr Rechtssicherheit und berechenbare Abläufe schafft. Den Bereitstellern wiederum wird endlich die Teilhabe an den Gewinnen zugesprochen. Das Abkommen ist damit ein wichtiger Schritt hin zu mehr ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit und soll die Entwicklung gerade in den oftmals biodiversitätsreichen ärmeren Regionen fördern.

Zur effektiven Umsetzung der ABS-Ziele benennt das Nagoya-Protokoll eine Reihe praktischer Instrumente. So wird angeregt, auf nationaler Ebene zentrale Institutionen einzurichten, die Information bündeln, Zugangsberechtigungen erteilen und international kooperieren können. Eine zentrale Abrechnungsstelle soll zudem die Transferleistungen regeln. Dem jeweiligen nationalen Bedarf entsprechend, sollen Bildung und Aufklärung sicherstellen, dass die internationale Vereinbarung praktisch umgesetzt wird.

Wie Zugang und Vorteilsausgleich im Detail geregelt sind, bestimmen die Vertragsstaaten jeweils selbst. In Deutschland ist das Bundesumweltministerium zuständig für die Umsetzung des ABS-Abkommens in nationale Gesetzgebung. Mit konkreten Beschlüssen ist bereits in den kommenden Wochen zu rechnen.

Weitere Informationen zum ABS-Abkommen auf Deutsch erhalten Sie auf der Seite des Bundesamts für Naturschutz: http://bfn.de/index_abs.html.

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Rio+20: Die Internationale Konferenz zu nachhaltiger Entwicklung 2012

Rund 20 Jahre nach dem ersten sogenannten Erdgipfel der Vereinten Nationen findet vom 4. bis zum 6. Juni 2012 die zweite Konferenz zu nachhaltiger Entwicklung Rio+20 statt. Top-Themen sind die Ökologisierung der Wirtschaft und der institutionelle Aufbau für Nachhaltigkeitsthemen.

In nur zehn Monaten ist es soweit: Vom 4. bis 6. Juni 2012 findet in Rio de Janeiro die zweite Konferenz für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen statt. Rund 20 Jahre nach der ersten UN-Nachhaltigkeits-Konferenz, die 1992 ebenfalls im brasilianischen Rio tagte, gilt es nun, politische Bekenntnisse für die Nachhaltigkeit zu erneuern, bisherige Fortschritte und Probleme auszuwerten sowie Herausforderungen anzugehen. Es geht durchaus um viel – nämlich um die Frage, was solche Gipfel zu leisten vermögen und was nicht.

Die Konferenz Rio+20 konzentriert sich auf zwei Kernthemen: erstens das ökologische Wirtschaften („Green Economy“) im Kontext nachhaltiger Entwicklung und Armutsbekämpfung, und zweitens die Gestaltung des institutionellen Rahmens für nachhaltige Entwicklung. Biodiversität ist ein thematischer Pfeiler des „Green Economy“-Konzeptes. Vorgesehen ist die Konferenz als Treffen auf höchster Ebene der Staats- und Regierungschefs.

Stakeholder aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft werden schon seit dem Vorfeld der ersten Rio-Konferenz 1992 aktiv in den Verhandlungsprozess mit einbezogen. Insgesamt neun Interessengruppen, darunter auch ein Zusammenschluss von Wirtschaft und Industrie, werden von Gremien relevanter internationaler Verbände vertreten.

Für Wirtschaft und Industrie sprechen der UN Global Compact, der World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) und die Internationale Handelskammer. Sie haben sich unter dem Motto „Business Active for Sustainable Development 2012“ (BASD) zusammengeschlossen. Vorsitzender ist der indische Geschäftsmann S. Gopalakrishnan. Die BASD-Gruppe bekräftigt im Vorfeld der Konferenz die Unterstützung der Wirtschaft für nachhaltige Entwicklung als Mittel zur Armutsbekämpfung sowie zur Schaffung von Wohlstand, Arbeitsplätzen und Innovation. Nachhaltige Entwicklung erwachse aus ökologischer und sozialer Verantwortung heraus. Obgleich wirtschaftliches Wachstum Umweltbelastungen unter Umständen erhöhe, sei es doch im ersten Schritt notwendig, um die Bedürfnisse einer wachsenden Weltbevölkerung befriedigen zu können.

Die Vertreter der Wirtschaft sprechen sich zudem dafür aus, private Akteure aktiver und in formalisiertem Rahmen in die Verhandlungen zur nachhaltigen Entwicklung einzubeziehen. Nur eine effektive Partnerschaft zwischen privaten und öffentlichen Akteuren könne tiefgreifenden Fortschritt ermöglichen.

Nähere Informationen zu den Positionen und Aktivitäten der BASD sind unter http://basd2012.org/ erhältlich.

Zu den Themen von Rio+20 hat das Sekretariat der Konferenz eine Reihe von Briefings für verschiedene Stakeholder zusammengestellt. Vertreter aus Wirtschaft und Industrie können sich unter http://www.uncsd2012.org/rio20/index.php?menu=97 informieren.
Zudem gibt es einen Blog des Rio+20-Generalsekretärs Sha Zukang, in dem zentrale Fragen zur Konferenz aufgegriffen werden: http://www.uncsd2012.org/rio20/index.php?page=view&nr=176&type=8&menu=41&template=356.

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Leitfaden für Unternehmen zu Umwelthaftung und Biodiversität

Die Universität Bingen veröffentlicht ihren neuen Leitfaden zum Thema Umwelthaftung.

Ein neues Forschungsprojekt des IESAR-Instituts der Fachhochschule Bingen untersucht, wie ein Unternehmen die Beeinträchtigungen von Lebensräumen vermeiden und sein Haftungsrisiko in diesem Bereich vermindern kann. Das Vorhaben bearbeitet die praktische Umsetzung der europäischen Umwelthaftungsrichtlinie (Richtlinie 2004/25/EG), die 2007 als Umweltschadensgesetz in deutsches Recht umgesetzt wurde, und deren Auswirkungen auf Unternehmen.

Im Zuge des Forschungsprojektes soll ein Leitfaden entstehen, der Unternehmen unterschiedlicher Branchen helfen wird, ihr Haftungsrisiko besser einzuschätzen. Den Startschuss für das Projekt bildete ein Workshop im Mai dieses Jahres. Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse ist für 2012 zu rechnen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.fh-bingen.de/forschung/institute/institute-for-environmental-studies-and-applied-research-iesar/projekte/umweltrecht-in-europa.html.

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Veranstaltungen

Nachhaltige Energieversorgung für die Zukunft - Biodiversitäts-Workshop für die Energiebranche

Am 3. und 4. November 2011 veranstaltet die European Business and Biodiversity Campaign, mit der die ‘Biodiversity in Good Company’ Initiative partnerschaftlich verbunden ist, einen Biodiversitäts-Workshop für den Energie-Sektor in Madrid, Spanien.

Nicht erst seit dem Unglück in Fukushima ist der Ausbau erneuerbarer Energien das heiße Thema der Energiebranche. Mit der europäischen Energiestrategie für 2020 hat die EU sich vorgenommen, den Anteil erneuerbarer Energie auf 20 % zu erhöhen. Dafür wird es nötig sein, massiv in die Stromnetze der EU zu investieren, denn nur so kann die Energie aus Sonne und Windkraft in die Wirtschaftszentren Europas geliefert werden.

Die Auswirkungen der Strategie zur erneuerbaren Energiegewinnung auf die Umwelt bleibt umstritten: Gesetze und Auflagen werden aufgrund ökologischer Bedenken oftmals als Hindernis für die Entwicklung eines nachhaltigen Energiesystems genannt. Ob das wirklich stimmt und wie sich Hindernisse durch vorausschauendes Umweltmanagement überwinden lassen, wird Schwerpunkt des Workshops zu Biodiversität und Energiewirtschaft sein.

Der Workshop richtet sich an kleine, mittlere und große Unternehmen. Energieerzeuger und Netzbetreiber werden ihre Erfahrungen präsentieren, Probleme aufzeigen und Lösungen vorstellen. Unternehmensbeispiele werden dazu beitragen, eine angeregte Diskussion zum nachhaltigen Umbau des Energiesystems anzustoßen. Der Workshop umfasst eine Exkursion ins das Biosphärenreservat der La Mancha Sümpfe.

Bei Interesse an der Veranstaltung kontaktieren Sie bitte Tobias Hartmann: Telefon: + 49 - (0) 228 - 184 86 94 - 13, E-Mail: hartmann@globalnature.org.

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4. Nationales Forum zur biologischen Vielfalt

Am 8. November 2011 veranstalten das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Naturschutz das 4. Nationale Forum zur biologischen Vielfalt in Berlin.

Das 4. Nationale Forum zur biologischen Vielfalt ist Deutschlands Auftaktveranstaltung zur UN-Dekade.der biologischen Vielfalt 2011 – 2020, die die Vereinten Nationen ausgerufen haben. Dazu erklärt Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen: „Auch in Deutschland werden wir diese besondere Chance nutzen: Wir nehmen die Herausforderung an und wollen über diesen Zeitraum von 10 Jahren einen Spannungsbogen mit herausragenden Schwerpunkten und Maßnahmen realisieren. Mit der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt und dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt ist Deutschland zur Umsetzung der neuen UN-Dekade sowohl inhaltlich als auch zeitlich bestens vorbereitet. Und wir werden unser aller Engagement weiter verstärken".

Weitere Informationen zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt finden Sie unter www.biologischevielfalt.de. Anmeldungen zu der Veranstaltung können ab dem 5. September unter www.nationalesforum-biologischevielfalt.de erfolgen.

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Herausgeber

Dieser Newsletter erscheint alle zwei Monate im redaktionellen Wechsel zwischen der 'Biodiversity in Good Company' Initiative und der Europäischen Business & Biodiversity Kampagne.

Redaktion

Carolin Boßmeyer, carolin.bossmeyer@business-and-biodiversity.de

Lea Frehse, lea.frehse@business-and-biodiversity.de

Wir nehmen gerne Anregungen, Beiträge und Veranstaltungshinweise für den Newsletter entgegen. Wir freuen uns über ihre Rückmeldung unter 030 408190 271.


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