Neuer Bericht: Bundesregierung legt zum zweiten Mal Rechenschaft über Biodiversitätsstrategie ab

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Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt:

Neuer Bericht: Bundesregierung legt zum zweiten Mal Rechenschaft über Biodiversitätsstrategie ab

Das Bundeskabinett hat am 2. August 2017 den zweiten Rechenschaftsbericht der Bundesregierung zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) beschlossen. Der Bericht stellt die Entwicklungen der biologischen Vielfalt von 2013 bis 2017 dar und zieht ein gemischtes Fazit: Der Einsatz für den Naturschutz zeige Wirkung, müsse aber gerade im Bereich der Agrarlandschaft noch deutlich verstärkt werden, lautet das zentrale Resümee.

Der zentrale Indikator "Artenvielfalt und Landschaftsqualität" zeigt einen negativen Trend. Ein wesentlicher Grund dafür seien die Intensivierung der Landbewirtschaftung und die Zunahme von intensiv genutzten Flächen für den Anbau von Energiepflanzen. Der Handlungsdruck sei immens: „In den letzten Jahren wurde immer deutlicher, dass wir in kaum einem Bereich so sehr die planetaren Belastungsgrenzen überschreiten wie beim Verlust der biologischen Vielfalt und uns so einem hohen Risiko nicht tolerierbarer ökologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Folgen aussetzen“ (S. 6).

Insbesondere die Bemühungen in der Agrarlandschaft reichen nicht aus, um den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen. Bis auf kleine alpine Regionen ist kein einziger durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützter Grünlandtyp in einem günstigen Erhaltungszustand. Auch was den Küsten- und Meeresbereich angeht, konnten wesentliche Ziele nicht erreicht werden. Es sind gegenüber dem letzten Rechenschaftsbericht (2013) keine Verbesserungen zu verzeichnen, kein Lebensraumtyp des Meeres und der Küsten befindet sich in einem positiven Erhaltungszustand. Der ökologische Zustand der Wälder hat sich hingegen positiv entwickelt; der Anteil der Laubbäume hat zugenommen sowie auch ihr Totholzanteil, ihr Alter und ihre Strukturvielfalt.

Im Hinblick auf Schutzgebiete und Biotopverbund sind die Ergebnisse wiederum weniger erfreulich. Bei Grünland, Binnengewässern und den Feuchtlebensräumen des Offenlandes sind in der atlantischen und kontinentalen Region keine Lebensraumtypen mit günstigem Erhaltungszustand vorhanden. Auch die gesetzliche Verpflichtung der Länder, einen Biotopverbund umzusetzen, geht zu langsam voran. Neben der Intensivierung der Landwirtschaft und der Zunahme intensiv genutzter Flächen für den Energiepflanzenanbau liegen die Ursachen hierfür in der zunehmenden Landschaftszerschneidung durch den Ausbau von Verkehrsinfrastruktur, Siedlungen und Gewerbegebieten.

Zu den positiven Entwicklungen der vergangenen vier Jahre zähle, dass 14 der 16 Bundesländer mittlerweile eigene Biodiversitätsstrategien oder-programme auf Grundlage der NBS entwickelt haben. Ein "sehr konstruktiver Austausch zwischen Unternehmen, Wirtschaftsverbänden und Naturschutz" erfolge durch die Verbändeplattform „Unternehmen Biologische Vielfalt 2020“, heißt  es zum Dialog mit der Wirtschaft (S. 78 f.). 'Biodiversity in Good Company' ist Partner dieses Dialogs.

Der Rechenschaftsbericht gliedert sich in vier Teile. In Teil A wird in den Bericht eingeführt und die Verknüpfung der NBS mit anderen Strategien im Überblick dargestellt. Teil B widmet sich der Umsetzung der NBS-Ziele mit vielfältigen Maßnahmen und einer Schwerpunktsetzung in insgesamt zehn priorisierten Handlungsfeldern. Das Monitoring zur Strategie und der aktuelle Stand des Indikatorensets werden in Teil C behandelt. Der Bericht schließt in Teil D mit einer Gesamtbilanz und einem Blick auf Herausforderungen für die Zukunft.

Die Publikation finden Sie auf der Webseite des Bundesumweltministeriums

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