Initiative zur besseren Berücksichtigung von Biodiversität im Natural Capital Protocol

Aktuelles

Naturkapitalbewertung:

Initiative zur besseren Berücksichtigung von Biodiversität im Natural Capital Protocol

Natur hat einen Wert an sich - und der schon sollte Grund genug sein, sie zu erhalten. Aufgrund der vielfältigen Ökosystemleistungen, die die Natur erbringt, ist sie aber auch ein wirtschaftlich bedeutsamer Faktor. Das bringt der Begriff Naturkapital zum Ausdruck. Volkswirtschaftlich wird der ökonomische und damit gesellschaftliche Wert der Natur regelmäßig drastisch unterschätzt und übergangen. Das Bewusstsein dafür wächst, bei jedoch nach wie vor großer Ratlosigkeit. Auch Unternehmen beginnen zu verstehen, dass ökologische Gewinn- und Verlustrechnungen keine esoterische Spinnerei sind. Es führt kein Weg an massiven Veränderungen in Produktion und Konsum vorbei, also an unserer Art, wie wir die Ressourcen der Welt nutzen und sie verteilen. Die Sustainable Development Goals (SDGs) der Völkergemeinschaft erkennen das an.

Die Natural Capital Coalition ist eine Multistakeholder-Initiative zur Entwicklung von Ansätzen für die sog. Naturkapitalbilanzierung. Das im Rahmen dieser Koalition erarbeitete Natural Capital Protocol (NCP) versteht sich als Rahmenwerk und Leitfaden, wie Unternehmen ihre Bezüge zum Naturkapital analysieren und verstehen, sprich Einflüsse, Abhängigkeiten, Chancen und Risiken erfassen können. Angesichts des frühen Entwicklungsstadiums gibt es noch zahlreiche Unsicherheiten und offene Fragen. 

Der Wert der biologischen Vielfalt ist im Natural Capital Protocol nach Einschätzung vieler Expert*innen nicht angemessen beachtet; allein der Blick auf Ökosystemleistungen genügt nicht. Die Cambridge Conservation Initiative (CCI) leitet daher nun im Rahmen der Coalition ein Projekt, das Vorschläge zur Verbesserung unterbreiten will. Der Prozess hat gerade begonnen, die 'Biodiversity in Good Company' Initiative hat sich für die Mitarbeit zur Verfügung gestellt.

Projektwebsite auf der Homepage der Natural Capital Coalition

Auch andere Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft befassen sich mit dieser und ähnlichen Fragestellungen. Das University of Cambridge Institute for Sustainability Leadership (CISL) kam jüngst in einem Workshop unter anderem mit Beteiligung von Kering - die mit PUMA einer der Pioniere der ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung sind - zu dem Ergebnis, dass es methodisch eher nicht möglich ist, Biodiversität in einem E P&L (Environmental Profit and Loss Account) richtig widerzuspiegeln. Ihre Empfehlung geht dahin, einen begleitenden Biodiversitäts-Indikator zu entwickeln: "However, given that it is not appropriate or possible to place an economic value on all aspects of biodiversity it was proposed that a separate biodiversity indicator be developed to sit alongside and complement the EP&L. While the EP&L can capture the impacts on biodiversity where it is linked to provision of services, the biodiversity indicator could capture less tangible biodiversity benefits such as the cultural or aesthetic value of, for example, a forest."   

Die Ergebnisse des Workshops sind publiziert unter: University of Cambridge Institute for Sustainability Leadership (CISL) (2016). Biodiversity and Ecosystem Services in Corporate Natural Capital Accounting: Synthesis report.

 

 

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